App-Entwicklung – Mobile Development Kit vs. Hybrid App Toolkit

App-Entwicklung – Mobile Development Kit vs. Hybrid App Toolkit

Mit dem Mobile Development Kit (MDK) lassen sich Apps einfach und fast ohne Programmierkenntnisse entwickeln. Was genau sich hinter dem MDK verbirgt, lesen Sie hier. Welche Komponenten des MDK Sie unbedingt kennen sollten, erfahren Sie hier. In diesem Beitrag möchte ich Ihnen nun die Unterschiede zwischen dem Mobile Development Kit und dem Hybrid App Toolkit vorstellen und Ihnen damit eine Einschätzung geben, welches dieser beiden Kits sich für Ihr nächstes Projekt am besten eignet.

Wie funktioniert die App-Entwicklung mit dem Hybrid App Toolkit?

Die Entwicklung mit dem Hybrid App Toolkit (HAT) ist eng mit der normale SAPUI5-Anwendungsentwicklung verbunden. Sie können bestehende SAPUI5-Anwendungen ganz einfach in hybride Anwendungen umwandeln, da das Hybrid App Toolkit einen Cordova-Container erstellt, mit dem Sie die normalen SAPUI5-Web-Apps dann auf dem mobilen Endgerät aufrufen können. Es besteht die Möglichkeit, die Anwendungen wie gewohnt im Launchpad zu nutzen und zusätzlich eine hybride Variante im Einsatz zu haben. Als Entwicklungsumgebung dient die SAP WebIDE, in der Sie mithilfe einer Erweiterung die HAT-Funktionalität hinzufügen können. Bei der Entwicklung benötigen Sie – neben etwas spezifischem HAT Knowhow – hauptsächlich Wissen in SAPUI5. Eine Low-Code Variante gibt es hier nicht.

E-Book App-Entwicklung

E-Book: App-Entwicklung

In diesem E-Book erhalten Sie eine Übersicht über die Entwicklung von Enterprise-Apps mit SAPUI5 und OData.

Was ist anders beim Mobile Development Kit?

Das Mobile Development Kit (MDK) basiert – im Gegensatz zum Hybrid App Toolkit (HAT) – nicht auf SAPUI5, sondern auf NativeScript (vgl. Tab. 1: Unterschiede zwischen MDK und HAT). Dadurch können die Apps auch als hybride Varianten eine sehr native User Experience bieten. Die Erstellung einer Web-App entfällt. Das sorgt dafür, dass es nicht ohne Weiteres möglich ist, mit dem MDK bestehende SAPUI5-Anwendungen in hybride Anwendungen umzuwandeln. Allerdings gibt es mittlerweile die Möglichkeit, über den WebClient Apps aus dem MDK in Web-Apps umzuwandeln. Diese können wiederum in das Launchpad eingebunden werden. Der Funktionsumfang hier ist allerdings eingeschränkt. Eine Liste mit Funktionen, die nicht zur Verfügung stehen, finden Sie hier.

Das Mobile Development Kit nutzt generell einen deklarativen Entwicklungsansatz, der in die Richtung Low-Code geht. Es gibt viele vorgefertigte Aktionen und die UI-Gestaltung funktioniert komplett mit einem Layout-Editor. Während Sie bei der App-Entwicklung mit dem HAT häufige mobile Anwendungsfälle, wie z. B. ein Unterschriften-Pad, selbst entwickeln müssen, gibt es dafür im MDK bereits vorgefertigte Controls. Die App-Entwicklung mit dem MDK basiert hauptsächlich auf dem kompetenten Umgang mit dem Framework an sich, also mit der MDK-Entwicklung. Zusätzliche JavaScript-Kenntnisse sind allerdings sehr hilfreich, um sich nicht ausschließlich auf den Low-Code-Ansatz beschränken zu müssen. Als Entwicklungsumgebung können Sie alle aktuellen Standard-Entwicklungsumgebungen im SAPUI5-Umfeld nutzen. Sie können mit dem MDK eigene Clients für den Aufruf auf dem Gerät erstellen, die nicht mehr auf Cordova basieren.

  Hybrid App Toolkit Mobile Development Kit
Technologie SAPUI5, Cordova, Kapsel NativeScript
Entwicklungsumgebung SAP WebIDE SAP WebIDE, SAP Business Application Studio, Visual Studio Code
Entwickler Knowhow SAPUI5, HAT spezifisches Wissen MDK-Knowhow, optional JavaScript
User Experience SAP Fiori Mischung aus iOS/Android und SAP Fiori
Low Code Ansatz Nein Ja

Tab. 1: Unterschiede zwischen MDK und HAT

Ausblick: Der Gewinner der künftigen App-Entwicklung

In Bezug auf die Zukunftsausrichtung gibt es einen klaren Gewinner und der heißt Mobile Development Kit. Das liegt unter anderem daran, dass das MDK der Nachfolger des HAT ist. Das Hybrid App Toolkit wird nur noch grundlegend gewartet und erhält keine weiteren Updates, also erscheint auch keine Version für das Business Application Studio (= cloudbasierte Entwicklungsumgebung). Damit zeigt sich bereits, dass spätestens bei einem Wechsel auf einen Cloud-Foundry-Subaccount keine einfache Möglichkeit mehr vorhanden ist, das HAT zu nutzen. Im Gegensatz dazu wird das Mobile Development Kit stetig weiterentwickelt und bekommt auch regelmäßige Updates.

Wie Sie jetzt am besten vorgehen

Ich empfehle Ihnen definitiv, ein neues Projekt mit dem Mobile Development Kit zu starten. Auch wenn der Umstieg für SAPUI5-Entwickler am Anfang größer sein mag, sind der Funktionsumfang und die optimierte Entwicklung ein klarer Pluspunkt für das MDK. Planen Sie bei Ihren Projekten unbedingt ein, dass es spätestens mit dem Umstieg auf Cloud Foundry keine direkte Möglichkeit der Entwicklung mehr gibt. Falls bei Ihnen SAPUI5-Anwendungen bestehen, die Sie in eine hybride Anwendung umwandeln möchten, z. B. für eine Offline-Funktionalität, ist nicht automatisch das HAT besser. Hier bedarf es einer genauen Analyse und Einzelfall- Entscheidung.

Tobias Schießl

Mobile Development Kit vs. Hybrid App Toolkit

Ob sich das MDK oder das HAT besser für Sie eignet, ist eine Einzelfallentscheidung. Wenn Sie sich unsicher sind oder weitere Fragen haben, kontaktieren Sie mich gerne.



Das könnte Sie auch interessieren

Dieser Blogartikel bietet einen Überblick über die SAP Fiori App Entwicklung mit SAP Fiori Elements und wie damit Entwicklungskosten und Zeit gespart werden kann. Grundlegende Informationen über SAP Fiori Elements finden Sie hier.

weiterlesen

Überlegen Sie, wie Sie Ihre mobilen Anwendungen im SAP-Umfeld entwickeln können? Bei der Entwicklung von Unternehmensanwendungen gibt es viele Wege, die zum Ziel führen. Eine profitable und zukunftsweisende Variante ist z. B. die Nutzung des Mobile Development Kit. Was sich […]

weiterlesen

Das Mobile Development Kit (MDK) bietet Ihnen einen schnellen Weg, Unternehmensanwendungen zu entwickeln. Mit dem MDK können Sie hybride Anwendungen (für Android und iOS) im SAP-Umfeld umsetzen. Was genau sich dahinter verbirgt und welche Benefits sich für Sie daraus ergeben, […]

weiterlesen

Schreiben Sie einen Kommentar

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus. Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.





Angebot anfordern
Expert Session