Tobias Schießl
 - 12. September 2019

SAP Build

Im Zuge der Digitalisierung wird eine gute User Experience immer wichtiger. Mit SAP Build erhalten Unternehmen ein Tool, welches Sie bei der Erstellung von Mock-Ups von Benutzeroberflächen unterstützt.

Einführung

SAP Build ist eine Sammlung cloudbasierter Tools, die Unternehmen bei der Entwurfsphase von mobilen Apps unterstützt. SAP Build dient der Erstellung von Mock-Ups bzw. Prototypen von Benutzeroberflächen. Demonstrationsmodelle von App-Oberflächen können damit schnell entworfen und getestet werden. Build vereinfacht dadurch mit einem agilen Ansatz die Entwicklung von Apps. Agil heißt hier, ein Produkt im engen Kontakt mit Nutzern über schnell testbare Prototypen zu entwickeln.

Um mit Build Benutzeroberflächen in Form eines Prototypen umzusetzen, ist kein technisches Fachwissen nötig. Auf Basis des Lastenheftes können schnell erste technische Ergebnisse erstellt werden. Diese dienen zum Abgleich mit den Anforderungen des Kunden. Missverständnisse im Design können so zu Beginn eines Projekts ausgeräumt werden. Zudem kann aus den entwickelten Modellen Programmiercode erzeugt werden, der die Implementierungsphase einleitet.

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Vorteile von Mock-Ups / Prototypen

Mock-Ups ermöglichen es, Lösungen für die Anforderungen an die Gestaltung einer App zu Beginn des Entwicklungsprozesses zu ermitteln. Dies vereinfacht und beschleunigt die Entwicklung des Endprodukts. Die Verwendung eines Prototyps vermeidet Nacharbeiten und reduziert Kosten.

Funktionsweise

Ideen für eine Benutzeroberfläche mit einer groben Struktur des Layouts können z.B. auf Papier, auf Flipchart oder Whiteboard gezeichnet werden. Dieser Entwurf eines „Low Fidelity-Prototyps“ wird digital abfotografiert oder eingescannt.

Um daraus einen „High Fidelity-Prototyp“ zu machen, werden diese Bilder in Build auf die SAP Cloud Platform hochgeladen. Als Nächstes werden Verbindungen zwischen den Screens der App definiert. Schaltflächen werden direkt eingezeichnet und die zugehörige Folgeseite gewählt. Fertige Prototypen können veröffentlicht und online Nutzern zugänglich gemacht werden, um Feedback einzuholen. Dazu können Aufgaben definiert werden, die Nutzer durch Navigation im Prototypen erfüllen sollen.

Die Entwickler erhalten daraufhin

  • eine Statistik über die erfüllten Aufgaben,
  • Bearbeitungszeiten, wie lange Nutzer zur Erfüllung der Aufgabe gebraucht haben,
  • Bewertungen und Kommentare, die Nutzer an beliebigen Stellen hinterlassen können (auch in einem Chat zur Interaktion zwischen Entwicklern und Testern),
  • eine sog. Heatmap, die Aufschluss darüber gibt, an welchen Stellen der Oberflächen-Screens Nutzer geklickt haben; Optimierungspunkte für die Nutzerführung werden hier offensichtlich.
  • Mit Fertigstellung des finalen Prototyps liefert SAP Build exportfähigen SAPUI5-Code für die Umsetzungsphase.

Features

  • Lernhilfen weisen Entwickler schnell in Design Thinking-Methoden für optimierte Benutzererfahrung (UX) ein.
  • Über die BUILD-Community-Seiten und den BUILD-Blog haben Designer Zugriff auf die Fachkenntnisse der Build-Benutzergemeinschaft und der Build-Entwickler.
  • Verbesserungsmöglichkeiten der Prototypen können mit dem Feedback-Tool und auf der Grundlage von Endnutzerbeobachtungen ermittelt werden.
  • Eine öffentliche Galerie mit Projekten, die Designmaterialien sowie vorgefertigte Prototypen enthält, dient zur Inspiration und kann als Grundlage für eigene Projekt verwendet werden.
  • Auch nicht-technikversierte Designer können mit Build interaktive Prototypen erstellen können, die erprobten Entwurfspraktiken entsprechen.
  • Die App-Entwicklung wird beschleunigt, indem automatisch generierter Programmiercode eines Prototyps in eine integrierte Entwicklungsumgebung wie SAP Web IDE importiert und integriert werden kann.

Besonderheiten

SAP Build bietet ähnliche Funktionen wie andere Mock-up-Tools, z.B. Axure PR Pro, Proto.io und InVision. Diese helfen bei der Entwicklung von Prototypen mobiler Apps, die dem Endprodukt ähneln. SAP Build ist auf die Entwicklung von SAPUI5– und SAP Fiori-Apps zugeschnitten.

Mit Build können die Optimierungsmöglichkeiten eines Prototyps im Hinblick auf SAP Fiori-Designrichtlinien ermittelt werden. Ein Unternehmen kann dadurch die designorientierte Methodik übernehmen, die SAP empfiehlt und fördert. Damit wird die Anwendung von Anfang an auf eine nahtlose Integration in eine Infrastruktur aus SAPUI5-Anwendungen ausgerichtet.

Mit SAP Build Mock-Ups für gute Benutzeroberflächen erstellen.

User Experience as a Service (UXaaS)

Build gehört zu den Tools der User Experience as a Service (UXaaS) von SAP. Mit UXaaS können Unternehmen einfache, personalisierte und reaktionsschnelle Oberflächendesigns für eine gute Benutzererfahrung erstellen und skalieren. UXaaS führt Benutzer durch den Innovationslebenszyklus (Ideenfindung, Entwerfen, Entwickeln, Bereitstellen) und bleibt dabei vollständig im SAP-Ökosystem. UXaaS-Tools wurden von SAP entwickelt, um SAP-Anwendungen vollständig innerhalb von SAP zu erstellen.

Mit Build erhalten Entwickler die Werkzeuge für die Abschnitte „Ideenfindung“ und „Entwerfen“ des Innovationslebenszyklus.

Design-getriebene Entwicklung (Design-Led Development, DLD)

Design-getriebene Entwicklung wird in Build genutzt, um während des Designprozesses Meilensteine zu erreichen, die die Güte der Lösung sicherstellen. Der Prozess ist immer auf den Endnutzer ausgerichtet und enthält drei Meilensteine, sog. Design Gates (D-Gates):

D-Gate 0

Dieser Meilenstein besteht aus einem Entwurf, der die Geschäftsanforderungen erfüllt. In dieser Stufe handelt es sich noch nicht um Design oder Implementation, sondern z.B. nur um textuelle Beschreibung. Dieser Entwurf wird an einen Reviewer übermittelt, der ihn prüft und abnimmt oder mit Änderungshinweisen zurückgibt.

D-Gate 1

Dieser Meilenstein steht vor der Implementierung. Die Interessenvertreter (Stakeholder) prüft hier das Design der Anwendung. Die Abnahme erfolgt wie bei D-Gate 0.

D-Gate 2

Nach der Implementierung steht dieser Meilenstein. Das Team verifiziert den Arbeitsprozess und das Funktionieren der Anwendung. Die Stakeholder verifizieren, dass die Nutzererfahrung wie erwartet entwickelt wurde und nehmen das Produkt final ab. Auch hier kann ein Reviewer die Anwendung annehmen oder mit Änderungswünschen zurückweisen.

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Verfügbarkeit

Build ist in der SAP Cloud Platform verfügbar, wo es von SAP gehostet wird. Eine eingeschränkte Version kann kostenlos verwendet werden. Die kostenpflichtige Version bietet u.a.

  • Auswertung von HTML5-Prototypen,
  • eine Administrator-Rolle, um den Zugang für verschiedene Entwickler zu verwalten,
  • eine unbegrenzte Anzahl von Projekten pro Entwickler,
  • das Recht, eine mit Build entwickelte Anwendung in der Produktion bereitzustellen.

Build findet sich als Teil jedes HANA Cloud Platform Enterprise-, SAP Flori Cloud Edition Premium- und Standard-Pakets:

  • SAP Fiori Cloud Service Standard
  • SAP Flori Cloud Service Premium
  • SAP HANA Cloud Platform Apps Service Standard
  • SAP HANA Cloud Platform Apps Service Enterprise

Tobias Schießl

Tobias Schießl

Mein Name ist Tobias Schießl und ich bin begeisterter SAP Consultant im Bereich Mobility. Gerne unterstütze ich Sie bei den Themen mobile Infrastrukturen und App-Entwicklung mit SAPUI5 oder Neptune.

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