Unternehmen benötigen neue Apps für Mitarbeiter und Kunden in immer kürzeren Zyklen. Mit Low-Code-Plattformen wie SAP Build können Nicht-Programmierer Prototypen entwickeln, um die IT-Teams zu entlasten und die Veröffentlichung zu beschleunigen. SAP Build Apps wurde von SAP allerdings abgekündigt. Was das für Ihr Unternehmen bedeutet und was Sie jetzt tun sollten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • SAP Build Apps wurde eingestellt. Neue Projekte sollten Sie daher auf aktuelle SAP-BTP-Technologien ausrichten.
  • Bestehende Anwendungen können Sie weiterbetreiben. Das erfordert jedoch eine frühzeitige Bewertung und eine klare Strategie für eine mögliche Ablösung oder Neuentwicklung.
  • SAP setzt künftig auf ein Zusammenspiel aus SAP Build, SAP Build Code und dem SAP Cloud Application Programming Model (CAP) innerhalb der SAP Business Technology Platform.

SAP Build Apps Definition

SAP Build Apps war ein Low-Code-Tool zur Entwicklung von Unternehmensanwendungen, das insbesondere in der Entwurfs- und Prototyping-Phase eingesetzt wurde. Es ermöglichte die schnelle Erstellung von Benutzeroberflächen und vollständigen Anwendungen ohne klassische Programmierung. Ziel war es, Entwicklungszyklen zu verkürzen und Fachbereiche stärker in die App-Entwicklung einzubinden.

Die Entwicklung erfolgte über eine visuelle Drag-and-Drop-Oberfläche, wodurch auch komplexere Anwendungen modelliert werden konnten, ohne Code schreiben zu müssen.

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Was kommt nach SAP Build?

SAP Build Apps wurden im Rahmen der Weiterentwicklung des SAP-Build-Portfolios als eigenständiges Produkt 2026 abgekündigt. SAP möchte seine Low-Code- und No-Code-Angebote vereinheitlichen. In Zukunft wird es eine integrierte Plattform für Anwendungsentwicklung, Prozessautomatisierung und digitale Workflows geben.

In der Anwendungsentwicklung setzt SAP auf ein Ökosystem aus Low-Code-, Code-First- und KI-gestützten Bausteinen, die eng miteinander verzahnt sind und sich an der SAP BTP-Strategien ausrichten sollen.

Auswirkungen für bestehende Nutzer

Für Unternehmen, die SAP Build Apps noch produktiv einsetzen, ist klar: Sie müssen sich langfristig umorientieren. SAP betont, dass bestehende Verträge bis zum jeweiligen Laufzeitende weiterlaufen können und die Nutzung währenddessen möglich bleibt. Gleichzeitig bedeutet die Abkündigung aber auch, dass keine neue strategische Weiterentwicklung mehr zu erwarten ist.
SAP empfiehlt, neue Anwendungen nicht mehr auf Basis von SAP Build Apps zu entwickeln, sondern direkt auf die aktuellen Entwicklungsangebote innerhalb der SAP Business Technology Platform zu setzen.

Besonders wichtig ist dabei, dass SAP für bestehende Frontend-Projekte keinen direkten Migrationspfad anbietet. Das heißt: Anwendungen lassen sich nicht einfach in die neue Umgebung übernehmen, sondern müssen in der Regel neu aufgebaut werden. Für Nutzer entsteht damit Aufwand, der bei der Planung und Projektpriorisierung zu berücksichtigen ist.

Die Anforderungen an Unternehmens-Apps werden immer anspruchsvoller – und damit auch an die IT-Verantwortlichen.

Empfohlenes Vorgehen für die Migration

Zunächst sollten Sie ermitteln, welche Apps mit SAP Build Apps gebaut wurden, wie geschäftskritisch sie sind und welche davon kurzfristig weiterbetrieben werden müssen. Außerdem empfiehlt es sich, den Funktionsumfang, die verwendeten Schnittstellen sowie die technische Komplexität der Anwendungen zu dokumentieren und eine Priorisierung für die Migration vorzunehmen.
Erst auf Basis dieser Bestandsaufnahme lässt sich sinnvoll entscheiden, welche Anwendungen wie neu entwickelt werden sollen.

Für Frontend-Anwendungen empfiehlt SAP, abhängig von Funktionsumfang, Integrationen und langfristiger Zielarchitektur, einen Neubau auf Basis moderner SAP-Technologien wie SAPUI5/Fiori, SAP Build oder – bei komplexeren Geschäftsanwendungen – in Kombination mit dem SAP Cloud Application Programming Model (CAP) und weiteren Services der SAP Business Technology Platform (BTP). Werden Daten aus dem bisherigen SAP-Build-Apps-Backend benötigt, kann ein manueller Export der Daten, zum Beispiel via CSV, erfolgen.

Was Unternehmen mit SAP Build Apps jetzt tun sollten

Unternehmen sollten die Abkündigung von SAP Build Apps zum Anlass nehmen, ihre bestehende Anwendungslandschaft zu überprüfen und eine langfristige Migrationsstrategie festzulegen.

  • Keine neuen Anwendungen mehr mit SAP Build Apps entwickeln
  • Bestehende Apps nach Geschäftskritikalität und technischem Aufwand bewerten
  • Frühzeitig entscheiden, welche Anwendungen weiterbetrieben oder neu entwickelt werden sollen
  • Die Zieltechnologie passend zum Anwendungsfall wählen, z. B. SAP Build, SAP Build Code oder CAP
  • Daten, Konfigurationen und Dokumentationen rechtzeitig sichern, da kein automatischer Migrationspfad für Frontend-Anwendungen verfügbar ist
  • Neue Entwicklungen an der SAP-BTP- und Clean-Core-Strategie ausrichten
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Fazit

SAP Build Apps hat Unternehmen über mehrere Jahre dabei unterstützt, Anwendungen schnell und mit geringem Programmieraufwand zu entwickeln. Mit der Abkündigung als eigenständiges Produkt richtet SAP den Fokus jedoch auf ein vereinheitlichtes Build-Portfolio und Entwicklungsansätze innerhalb der SAP Business Technology Platform.

Wer noch SAP Build Apps einsetzt, sollte die Anwendungen bewerten, den weiteren Betrieb planen und eine geeignete Zielarchitektur für zukünftige Entwicklungen festlegen. Neue Projekte sollten direkt auf den aktuellen SAP-Technologien aufbauen, um langfristig von Weiterentwicklungen und Support zu profitieren.

Sie haben Fragen zur Abkündigung von SAP Build Apps oder suchen nach einer geeigneten Nachfolgelösung? Unsere SAP-Experten beraten Sie gerne. Nehmen Sie gerne unverbindlich Kontakt mit uns auf.

Dieser Artikel wurde bereits im Dezember 2022 veröffentlicht und am 8. Juli 2026 mit leichten Anpassungen aktualisiert.

FAQ

1) Warum wurde SAP Build Apps abgekündigt?

SAP richtet seine Low-Code- und Pro-Code-Angebote stärker auf eine einheitliche Entwicklungsplattform aus. Statt SAP Build Apps als eigenständiges Produkt weiterzuentwickeln, setzt SAP künftig auf Technologien wie das vereinheitlichte SAP-Build-Angebot, SAP Build Code und das Cloud Application Programming Model (CAP).

2) Was bedeutet die Abkündigung für bestehende SAP-Build-Apps-Anwendungen?

Bereits produktiv eingesetzte Anwendungen können während der Laufzeit bestehender Verträge weiter genutzt werden. Da SAP Build Apps jedoch nicht mehr weiterentwickelt werden und kein vollständiger Migrationspfad verfügbar ist, sollten Unternehmen frühzeitig eine Strategie für den zukünftigen Betrieb und die Weiterentwicklung ihrer Anwendungen entwickeln.

3) Welche Alternative empfiehlt SAP zu SAP Build Apps?

Welche Lösung geeignet ist, hängt vom jeweiligen Anwendungsfall ab. Für Low-Code-Szenarien empfiehlt SAP die vereinheitlichte SAP-Build-Plattform, während sich SAP Build Code oder das Cloud Application Programming Model (CAP) für komplexere oder entwicklerorientierte Projekte eignen.