Tobias Schießl
27. Mai 2021

Microsoft Power Apps

Microsoft Power Apps ist eine Lösung, die es Entwicklern und auch Anwendern ohne spezifische Programmierkenntnisse erlaubt, Apps zu erstellen. Genutzt wird die Low-Code-Platform im Wesentlichen von Unternehmen, die ihre manuellen Geschäftsprozesse digitalisieren und automatisieren möchten.

Was ist Microsoft Power Apps?

Power Apps wurde Ende 2016 von Microsoft auf dem Markt gebracht und ist eine sogenannte Low-Code-Platform zur Erstellung von Business-Anwendungen. “Low-Code” beschreibt hierbei eine Art der App-Entwicklung, bei der Programmcode nicht geschrieben wird, sondern durch den Einsatz visueller und modellbasierter Methoden im Hintergrund automatisch entsteht. Mit diesem Ansatz lassen sich Applikationen besonders einfach und schnell entwickeln und publizieren. Zudem können die erstellten Apps mithilfe von Konnektoren problemlos mit bestehenden Geschäftsdaten verbunden werden.

Mit Blick auf die Produktstrategie ist Power Apps Bestandteil der sogenannten Microsoft Power Platform. Diese beinhaltet auch die Low-Code-Lösungen Microsoft Power Automate (Automatisierung wiederkehrender Aufgaben), Power BI (Business-Analysen) und Power Virtual Agents (Erstellung von Bots).

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Einsatzzweck

Die Low-Code-Lösung Microsoft Power Apps richtet sich an Unternehmen aller Größen und Branchen, die ihre Prozesse optimieren und digital transformieren möchten. Eingesetzt wird das System für den Aufbau einfacher Mobile Apps ebenso wie für die Erstellung komplexerer Business-Applikationen. Die Zielgruppe sind neben Entwicklern vor allem Business-Anwender. Diese mussten in der Vergangenheit stets den IT-Bereich einschalten, wenn sie neue Anwendungen oder Funktionen benötigten. Hierdurch entstanden Zeitverzögerungen und teils hohe Kosten. Als Low-Code-Platform löst Power Apps dieses Problem, indem es auch Nicht-Programmierer in die Lage versetzt, Mobile Apps für iOS, Android und Windows sowie Web Apps aufzubauen.

Nur einige Beispiele für Applikationen, die mit der Low-Code-Platform erstellt werden können, sind die Folgenden:

  • Urlaubsanträge
  • Tools für mobile Servicetechniker
  • Reporting-Apps für Außendienstmitarbeiter
  • Stichprobenerfassung bei Qualitätskontrollen in der Fertigung
  • Daten-Monitoring
  • Mobile Verteilung von News
  • Erstellen von Kontakten in CRM-Systemen
  • Bestellanforderungen

Features von Microsoft Power Apps

Für die Erstellung von Apps stellt die Low-Code-Lösung von Microsoft drei verschiedene Features bereit:

  • Power Apps Studio
  • App designer
  • Power Apps-Portalstudio

Das “Power Apps Studio” erlaubt die Low-Code-Erstellung sogenannter Canvas-Apps. Anwender nutzen hierbei Vorlagen und können über Konnektoren auch auf bereits vorhandenen Unternehmensdaten (aus Microsoft- und Non-Microsoft-Datenquellen) zurückgreifen. Das App-Design wird mit Features bearbeitet, die denen einer PowerPoint-Präsentation gleichen. Somit fühlt sich das Designen wie die Erstellung von PowerPoint Slides an.

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Die zweite Möglichkeit zur App-Erstellung ist der “App designer”. Er erlaubt den Aufbau sogenannter modellbasierte Apps aus Komponenten wie Formularen, Tabellen, Dashboards, Geschäftsprozessen und Diagrammen. Auch bei dieser Methode kommt der Low-Code-Ansatz zum Tragen: Die einzelnen Bausteine werden per Drag and Drop hinzugefügt und kombiniert. Das Layout wird hierbei (anders als beim Power Apps Studio) weitgehend von den vordefinierten Komponenten bestimmt.

Die dritte Methode der App-Erstellung, die die Low-Code-Platform bietet, ist das “Power Apps-Portalstudio”. Dieses Designtool folgt dem Ansatz WYSIWYG (What You See Is What You Get). Es richtet sich an Entwickler, die mit diesem Low-Code-Werkzeug Web-Portale zur internen und externen Bereitstellung von Apps, Formularen, Listen und weiteren Komponenten realisieren können.

Architektur und Integrationen von Microsoft Power Apps

Die Low-Code-Platform Power Apps läuft auf der Cloud-Computing-Plattform Microsoft Azure. Neben den genannten Tools zur App-Erstellung verfügt die Lösung über zahlreiche Konnektoren zu verschiedenen Microsoft-Anwendungen und Systemen von Drittanbietern. Hierzu zählen unter anderem Microsoft SQL Server, Sharepoint, OneDrive, Office 365, Dynamics CRM und gängige Non-Microsoft-Produkte wie SAP, Google Drive, Dropbox, Oracle und Salesforce. Das Hosting der APIs erfolgt ebenfalls auf Microsoft Azure. Natürlich können die Daten auch aus dem Cloud-Datenbanksystem Microsoft Dataverse, das das Herzstück der gesamten Microsoft Power Platform darstellt, bezogen werden. Für die Anbindung lokaler Daten lassen sich darüber hinaus individuelle Gateways aufbauen.

Funktionsweise der Low-Code-Platform

Die Funktionsweise der Low-Code-Lösung Power Apps ist simpel. Ziehen wir exemplarisch die Erstellung einer App mit der Standard-Funktion “Power Apps Studio” heran. Nutzer müssen bei diesem Low-Code-Tool lediglich drei Schritte durchlaufen, um eine individuelle Anwendung zu erstellen.

Im ersten Schritt entscheiden Anwender, ob sie die Entwicklung auf Basis bestehender Daten oder “blank” beginnen möchten. Ebenso wählen sie eine der bestehenden Vorlagen (Templates für Smartphones und Tablets) aus. Danach kann das Design wie bei einer PowerPoint-Folie bearbeitet werden. Nun lässt sich die Applikation noch mit einem Datenspeicher wie One Drive verbinden. Der Vorschau-Modus zeigt an, wie die Anwendung später aussehen wird. Abschließend wird die App gespeichert und kann sofort veröffentlicht werden.

Vorteile und Nachteile von Microsoft Power Apps

Der zentrale Vorteil von Microsoft Power Apps ist der Low-Code-Ansatz, denn er bringt Agilität in die Organisation und erlaubt es, neue Business-Anforderungen schneller und flexibler in der digitalen Welt abzubilden. Gleichzeitig sinken die Kosten- und Zeitaufwände in der Entwicklung. Unternehmen, die bereits eine Lizenz für Office 365 besitzen, können die Low-Code-Platform bei zahlreichen Lizenzvarianten kostenlos nutzen. Auch Kunden und externe Partner, die nicht über Office-365-Lizenzen verfügen, können mithilfe des “Power Apps Portals” in die digitalen Prozesse integriert werden. Dies sorgt für eine Optimierung der unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit.

Ein Nachteil von Microsoft Power Apps liegt darin, dass der Verbindungsaufbau zu Datenquellen mit einigen Unwegsamkeiten verbunden sein kann. So ist für eine Verbindung zu einer lokalen MySQL-Datenbank beispielsweise die Installation eines lokalen Gateways notwendig. Ob die Verbindung zu der Low-Code-Platform tatsächlich zugelassen wird, hängt wiederum von zahlreichen Faktoren ab. Nachteilig ist außerdem, dass Applikationen, die mit Microsoft Power Apps erstellt wurden, nicht offline-fähig sind.

Tobias Schießl

Microsoft Power Apps

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FAQ

  • Was ist Microsoft Power Apps?

Microsoft Power Apps ist eine sogenannte Low-Code-Platform zur Erstellung von Business-Anwendungen. “Low-Code” beschreibt hierbei eine Art der App-Entwicklung, bei der Programmcode nicht geschrieben wird, sondern durch den Einsatz visueller und modellbasierter Methoden im Hintergrund automatisch entsteht.

  • Wo setzt man Microsoft Power Apps ein?

Nur einige Beispiele für Applikationen, die mit der Low-Code-Platform erstellt werden können, sind die Folgenden: Urlaubsanträge, Daten-Monitoring oder Mobile Verteilung von News

  • Welche Features gibt es von Microsoft Power Apps?

Für die Erstellung von Apps stellt die Low-Code-Lösung von Microsoft drei verschiedene Features bereit: Power Apps Studio, App designer, Power Apps-Portalstudio

  • Welche Vorteile hat Microsoft Power Apps?

Der zentrale Vorteil ist der Low-Code-Ansatz, denn er bringt Agilität in die Organisation und erlaubt es, neue Business-Anforderungen schneller und flexibler in der digitalen Welt abzubilden. Gleichzeitig sinken die Kosten- und Zeitaufwände in der Entwicklung.

Tobias Schießl

Tobias Schießl

Mein Name ist Tobias Schießl und ich bin begeisterter SAP Consultant im Bereich Mobility. Gerne unterstütze ich Sie bei den Themen mobile Infrastrukturen und App-Entwicklung mit SAPUI5 oder Neptune.

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