Philipp Schurr
6. Januar 2023

„Wir machen unsere Nutzer zu Entwicklern” – Was ist dran am Low-Code-Mythos?

Low-Code

Low-Code macht alle Nutzer zu Entwicklern? Programmieren ohne Programmierkenntnisse soll mit Low-Code nun möglich sein. Was an dem Mythos dran ist, erfahren Sie hier.

Was ist Low-Code?

Low-Code oder auf Deutsch “wenig Code” bedeutet so viel wie die Entwicklung ohne den Einsatz komplizierter Programmiersprachen. Auf das klassische Programmieren wird bei diesem Ansatz weitestgehend verzichtet, denn Anwendungen sollen mit geringem Aufwand bei der Programmierung erstellt werden. Das wird anhand vorgefertigter Softwarebausteine auf einer grafischen Benutzeroberfläche ermöglicht. Das Vorgehen verspricht Zeitersparnis und setzt nur wenig Programmierwissen voraus. Das Motto des Ansatzes: konfigurieren statt programmieren.

Was hat es mit dem Trend Low-Code auf sich?

Der Bedarf an IT-Fachkräften nimmt immer mehr zu, jedoch fehlen aktuell in Deutschland 100.000 IT-Spezialisten. Bis zum Jahr 2025 wird der Engpass global voraussichtlich bei über vier Millionen liegen, so SAP CTO Jürgen Müller. Um diesem sogenannten “Developer Shortfall” entgegenzuwirken, bietet der Low-Code-Ansatz eine mögliche Lösung. Auf Low-Code-Plattformen können hier mit wenig bis keinen Programmierkenntnissen kleinere Anwendungen entwickelt werden.

Der Low-Code-Ansatz gewinnt bereits jetzt für Unternehmen immer mehr an Bedeutung. Dieses zeigen auch Marktstudien vom Gartner Institut. Aus diesen Studien geht hervor, dass Unternehmen vermehrt mit einem Engpass an IT-Spezialisten kämpfen. 82 % der befragten Unternehmen beschreiben eine erschwerte Suche nach qualifiziertem Personal. Infolgedessen sind 72 % der Mitarbeiter des IT-Managements mit vollen Projektbacklogs ausgelastet. Strategisch wichtige Projekte für die fortschreitende Digitalisierung und Transformation werden dadurch aktuell häufig hintenangestellt. Unternehmen kommen bestimmten Anforderungen durch den Developer Shortfall nicht mehr hinterher. Um diesem Problem entgegenzuwirken, soll Low-Code eingesetzt werden.

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Wer profitiert wirklich durch Low-Code?

Die Low-Code-Lösungen sollen in der Theorie alle Benutzer zu Entwicklern machen, aber welche Zielgruppe wird wirklich angesprochen? Grundlegend sind drei mögliche Zielgruppen zu bestimmen: Die End-User, die Citizen Developer und die Pro-Developer.

In der Praxis richtet sich Low-Code nicht grundlegend an die End-User. Diese kommen aus verschiedenen Fachbereichen und haben häufig keine Programmierkenntnisse.

Primär richtet sich Low-Code an die neue Rolle der Citizen Developer. Diese kristallisieren sich aus den End-Usern heraus. Hierbei handelt es sich um die sogenannten Power User. Als Power User werden die Mitarbeiter aus den Fachabteilungen beschrieben, welche das Grundlagenrepertoire des Programmierens beherrschen. Häufig fungieren sie als Ansprechpartner der IT oder unterstützen bei der Anforderungsanalyse und der Entwicklung von technischen Designs für neue Applikationen.

Auch die Pro-Developer können von Low-Code profitieren. Pro-Developer sind Vollzeit-Entwickler mit exzellenten Programmierkenntnissen.

Wie kann Low-Code Unternehmen helfen und wer setzt Low-Code ein?

Um die Lücken zu füllen, die das Fachkräftedefizit verursacht, sollen die Citizen Developer eingesetzt werden. Schreitet die Entwicklung weiter so voran wie aktuell, werden diese nach Prognosen zukünftig im Verhältnis 4:1 dem klassischen Profi-Entwickler zahlenmäßig überlegen sein.

Im Webinar erfahren Sie, wie sie mittels Low-Code-Plattformen Ihren Programmieraufwand gering halten und Apps durch einfache Drag & Drop-Funktionen selbst erstellen.

Mitarbeiter mit wenig Informatikkenntnissen können auf bestimmten Plattformen Programme entwickeln. Das hat zur Folge, dass die Auswirkungen des Mangels an IT-Spezialisten den Arbeitsalltag in Unternehmen nicht mehr exzessiv beeinflusst.

Festzuhalten ist, dass der Trend sich zu mehr Knowhow und weniger Fachkräften entwickelt, denn die Nachfrage nach Low-Code- Lösungen wächst fünf Mal schneller als der klassische IT-Markt. Aber stimmt der Mythos, dass Low-Code alle Nutzer zu Entwicklern macht? Nach Aussagen der SAP ist die eigene Low-Code-Lösung SAP Build für den Einsatz von Citizen Developern und End-Usern ausgelegt. In der Praxis sieht das Szenario anders aus. Low-Code wird hier primär von Citizen Developern und den Pro-Developern verwendet.

Philipp Schurr

Philipp Schurr

Ich helfe dabei, Integrationslösungen für Systemlandschaften nach dem aktuellen Stand der Technik einzuführen. Als Management & Technologieberater für Integration & Schnittstellen verbinde ich tiefgehende technische Expertise mit langjährigem Projektleitungs-Knowhow. Diese Kombination liefert mir die Grundlage, meine Kunden-Projekte zum Erfolg zu führen.

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