Tobias Feldherr
10. Mai 2023

Mobile Development Kit

Das Mobile Development Kit (MDK) ist eine schnelle und verhältnismäßig leichte Möglichkeit für Unternehmen, eigene Anwendungen zu entwickeln. Dazu können bereits vorhandene Bausteine für die Entwicklung ebenso genutzt werden wie eigene Codes, was das Mobile Development Kit zu einer interessanten Alternative für viele Unternehmen macht.

Was ist das Mobile Development Kit?

Das Mobile Development Kit stellt eine Möglichkeit zur Anwendungsentwicklung im SAP-Umfeld dar. Es befindet sich im SAP Business Application Studio unter der Option, das geplante Projekt mit einem Template zu starten. Mit dem MDK können Sie hybride Anwendungen umsetzen – sowohl eine App für Android als auch eine für iOS. Es fällt also kein doppelter Entwicklungsaufwand an und.  es ist nicht länger notwendig, dass Entwickler mit beiden Sprachen (Java und Swift) vertraut sind.

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Wie funktioniert das Mobile Development Kit?

Technisch gesehen funktioniert das MDK, anders als sein Vorgänger, nicht mehr mit SAPUI5/HTML5 als Grundlage, sondern mit NativeScript. NativeScript basiert als Open Source Framework wiederum auf JavaScript und TypeScript. Um mit dem Mobile Development Kit eine Anwendung zu entwickeln, wird ein deklarativer und metadatenbasierter Ansatz zur Verfügung gestellt. Mit diesem sind Sie beim Entwickeln schneller, weil häufig verwendete Konzepte gespeichert werden, die Sie dann nur noch einbinden und nicht jedes Mal manuell neu entwickeln müssen.

Vorrausetzung des Mobile Development Kits

Das SAP Mobile Development Kit (MDK) ist in das SAP NetWeaver Developer Studio integriert und bietet Entwicklern und Entwicklungsberatern umfassende Dokumentation und Werkzeuge für die Entwicklung von SAP Mobile Infrastructure (MI). Bevor Sie jedoch mit einem Entwicklungsprojekt beginnen können, müssen Sie das SAP NetWeaver Developer Studio auf Ihrem Desktop-PC oder Laptop installieren.

Welche Funktionen bietet das MDK?

Insgesamt gibt es vier Komponenten, die beim Gebrauch des MDKs wichtig sind: Actions, Pages, Rules und Globals.

Actions sind Vorlagen bzw. vorgefertigte Funktionen für die Anwendungen, die mit dem MDK entwickelt werden. Dazu gehören beispielsweise Filterungsmöglichkeiten, OData Requests, die Navigation oder auch der Barcode Scanner. Diese müssen Sie nicht selbst entwickeln, sondern können Sie für Ihren spezifischen Anwendungsfall konfigurieren und über Pages oder Rules aufrufen.

Die Komponente Pages umfasst die Erstellung des User Interfaces (UI) inklusive der Master-Details, Formulare und Navigationsleisten. Dafür gibt es einen Layout-Editor, mit dem verschiedene Controls und ihre Properties auf die Seiten gezogen werden können, wie zum Beispiel Tabellen, Eingabefelder und Buttons. Der Zugriff auf die SAPUI5-Bibliothek ist zwar nicht möglich, dafür verfügt das MDK jedoch über eigene Controls, wie ein Unterschriftenfeld oder ein Control für einen optimierten Foto-Upload. Auch ist es mit Pages möglich, Actions für einzelne Events zu hinterlegen, die durch andere Events ausgelöst werden. Mit Hilfe des Layout-Editors können Nutzer zwar einen guten ersten Einblick in das Design ihrer Anwendungen erhalten, jedoch stellt dieser das Endergebnis der App nicht genau dar, weil es Unterschiede zwischen der Darstellung auf Android und iOS gibt. Daher passt sich die Darstellung des User Interfaces an das Endgerät des Nutzers an, um dessen Nutzungsgewohnheiten besser aufrecht erhalten zu können. Basierend auf NativeScript sind mit dem Mobile Development Kit zudem zwei Arten von Extensions möglich – Table Extensions und FormCell Extensions. Zu ersteren gehören Section, Object Collection und Object Header Detail Container.

Neben mobilen Apps können mit dem Mobile Development Kit (ab Version 5.0) außerdem auch Web-Varianten entwickelt werden. Die Verwendung ist im Fiori Launchpad bereits möglich, ansonsten ist der Umfang der Funktionen zurzeit noch eingeschränkt.

Die Anforderungen an Unternehmens-Apps werden immer anspruchsvoller – und damit auch an die IT-Verantwortlichen.

Welche Vorteile bietet die Nutzung?

Die Verwendung des Mobile Development Kits gestaltet die Anwendungsentwicklung in vielerlei Hinsicht einfacher.

Zusammenfassend finden Sie hier nochmal die Benefits, die das Mobile Development Kit bietet:

  • Kein doppelter Entwicklungsaufwand, da mit dem MDK hybride Anwendungen umgesetzt werden können – sowohl eine App für Android als auch eine für iOS.
  • Durch die Bereitstellung eines deklarativen, metadatenbasierten Ansatzes läuft die Entwicklung mit dem MDK schneller ab, weil häufig verwendete Konzepte einfach eingebunden werden können und nicht jedes Mal manuell neu entwickelt werden müssen.
  • Durch den deklarativen Ansatz sind für einen großen Teil der Entwicklung und Funktionen keinerlei Vorwissen notwendig.
  • Die Anwendungen ähneln bekannten Strukturen von Android und iOS sehr stark, sodass diese ein vertrautes und intuitives Bedienumfeld bieten.
  • Entwickelte Apps sind auch offline nutzbar.
  • Möglichkeit einer Entwicklung anhand visueller „Bausteine” oder mit eigenen Codes besteht.
  • Schnellere Entwicklung und gleichzeitig ein individuelles Anpassen an unternehmensspezifische Anforderungen gegeben.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten bietet das Mobile Development Kit?

Um mit dem Mobile Development Kit arbeiten zu können, ist eine aktuelle Entwicklungsumgebung notwendig, wie die WebIDE, Visual Studio Code oder das Business Application Studio der SAP Business Technology Platform. Die SAP Business Technology Platform stellt außerdem die Mobile Services zur Verfügung, mit denen die (User-)Verwaltung, Konfiguration, Runtime, Login und Konnektivität funktionieren.
Die Entwicklungsmöglichkeiten mit dem MDK sehen wie folgt aus:

Mobile Development Kit

Abb. 1: Entwicklungsmöglichkeiten mit dem Mobile Development Kit

Wie funktioniert der Mobile Development Web Client?

Der Mobile Development Web Client bietet zusätzlich die Möglichkeit, die im MDK entwickelte Anwendung über den Desktop abzubilden. Der Client basiert auf HTML und nutzt UI5 Web Components. Er wird online via OData V2 und V4 unterstützt und funktioniert auf Grundlage der gleichen Metadaten wie mobile Anwendungen. Mit dem Web Client ist zudem eine Launchpad/Workzone Integration möglich. Allerdings hat der MDK Web Client auch seine Grenzen: So ist die Nutzung beispielsweise nur online möglich. Zudem sind die Controls noch auf dem Stand 4.1, weitere sind allerdings geplant.

Tobias Feldherr

Wie können Sie nun weiter verfahren?

Wenn Sie an der Einführung oder dem vertiefenden Ausbau des Mobile Development Kits für Ihr Unternehmen interessiert sind, rufen Sie mich gerne unverbindlich an oder vereinbaren Sie eine Websession und gemeinsam finden wir heraus, ob die Arbeit mit dem Mobile Development Kit eine Möglichkeit für Ihr Vorhaben darstellt!

Fazit

Das SAP Mobile Development Kit (MDK) ist eine Entwicklungsumgebung für hybride Anwendungen im SAP-Umfeld. Es nutzt das Open-Source-Framework NativeScript und bietet eine deklarative, metadatenbasierte Entwicklungsmethode. Die vier Komponenten des MDK sind Actions, Pages, Rules und Globals. Während Pages die Erstellung des User Interfaces umfassen, beinhalten Actions vorgefertigte Funktionen, die für spezifische Anwendungsfälle konfiguriert werden können. Das MDK unterstützt auch die Entwicklung von Web-Varianten und bietet viele Vorteile wie schnelle Entwicklung, Offline-Nutzbarkeit und individuelle Anpassbarkeit. Entwickler können das MDK in Verbindung mit einer aktuellen Entwicklungsumgebung und den Mobile Services der SAP Business Technology Platform nutzen.

FAQ

Was ist das Mobile Development Kit?

Das Mobile Development Kit (kurz: MDK) bietet Ihnen eine schnelle Möglichkeit, hybride Apps (für Android und iOS) fast ohne Programmierkenntnisse zu entwickeln. Dabei können Sie auf bereits vorhandene Bausteine zurückgreifen.

Wo finde ich das Mobile Development Kit?

Das MDK finden Sie im SAP Business Application Studio unter der Option, das geplante Projekt mit einem Template zu starten.

Über welche Komponenten verfügt das Mobile Development Kit?

Das MDK verfügt über die Komponenten Actions, Pages, Rules und Globals.

Welche Funktion hat der Mobile Development Kit Client?

Der MDK Client kann im MDK entwickelte Apps über den Desktop abbilden.

Welche Entwicklungsumgebungen eignen sich beim Mobile Development Kit?

Als Entwicklungsumgebung können Sie alle aktuellen Standard-Entwicklungsumgebungen im SAPUI5-Umfeld nutzen, z. B. SAP WebIDE, SAP Business Application Studio und Visual Studio Code.

Welche Technologie steckt hinter dem Mobile Development Kit?

Das Mobile Development Kit basiert auf NativeScript.

Tobias Feldherr

Tobias Feldherr

Als Management & Technologieberater im Bereich Mobility verbinde ich tiefgehende fachliche Expertise mit langjährigem Projektleitungs-Know-How. Diese Kombination liefert mir die Grundlage, meine Kunden-Projekte zum Erfolg zu führen. Gerne unterstütze ich Sie bei den Themen mobile Infrastrukturen und App-Entwicklung mit SAPUI5 oder Low-Code.

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