Tobias Schießl
12. April 2022

Die 5 häufigsten Probleme bei der Einführung mobiler Lösungen

Probleme mobile Lösungen

Bei der Einführung und Umsetzung einer neuen mobilen Lösung kommt es häufig zu Problemen, die unabhängig vom jeweiligen Projekt immer wieder auftauchen. Um diese Hindernisse zu vermeiden und Sie bei einem reibungslosen Ablauf zu unterstützen, erhalten Sie in diesem Beitrag einen Einblick in die fünf häufigsten Fehler bei der Einführung mobiler Lösungen und wie Sie diese vermeiden können.

Fehlende Standardisierung von SAP Prozessen

Ein Problem, das uns bei der Einführung neuer mobiler Projekte häufig begegnet, ist das der Standardisierung. Wenn Sie Ihrem Projekt SAP Standardprodukte verwenden möchten, sollten Sie sich dringend vor der Entwicklung und Implementierung damit auseinandersetzen, inwiefern Zusatzentwicklungen und Erweiterungen in SAP ERP oder SAP CRM in den Standard zurückgeführt werden können: Mit jeder eigenen Z-Tabelle erhöht sich der Aufwand, da Sie die Schnittstelle häufig um diese Daten erweitern müssen.

Zusätzlich müssen Sie diese durch eine Programmierung der Client-Anwendungen sichtbar und bedienbar machen.

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Stammdaten in SAP werden nicht zuverlässig gepflegt und kontrolliert

Ein weiteres häufiges Problem ist das der Stammdaten bzw. Ihrer Prüfung und Erweiterung. So können Sie mobile Prozesse, die automatisiert ablaufen sollen, nur mit einer hohen Stammdatenqualität sinnvoll und verlässlich nutzen. Diese müssen folglich gut gepflegt sein und regelmäßig kontrolliert werden, um einen wirklichen Mehrwert bieten zu können. Auch die Analyse von Daten zur Optimierung sollten Sie nur dann vornehmen, wenn sich diese Daten verlässlich erfasst und geprüft worden sind.

Daher ist es wichtig, dass Sie unvollständige oder fehlerhafte Daten über Kunden, Maschinen, Materialien etc. in regelmäßigen Abständen prüfen. Auch wenn Ihnen diese manuelle Überprüfung Ihrer Daten beschwerlich vorkommen mag – sie ist eine notwendige Voraussetzung für eine funktionierende und zuverlässige Prozess-Automatisierung.

Unrealistisches Zeit- und Ressourcenmanagement

Vielleicht kennen Sie dieses Problem auch aus Ihrer eigenen Erfahrung: Zeit- und Ressourcenplanung eines neuen Projektes gestalten sich häufig als große Herausforderung bei der Einführung und Umsetzung einer neuen mobilen Anwendung. Durch fehlende Erfahrungswerte oder unerwartete Komplikationen verschiebt sich der Start häufig nach hinten und das Projekt benötigt mehr Zeit und Aufwand als Sie zu Beginn erwartet haben.

Um diese Fehleinschätzung zu minimieren, sollten Sie in jeder Phase eines Projektes diejenigen Mitarbeitenden miteinbeziehen, die das Produkt letztendlich nutzen werden. Wenn Sie also beispielsweise ein neues Tool in der Buchhaltung nutzen möchten, sollten bei Absprachen mit einem Dienstleister im besten Fall immer auch Mitarbeitende der betroffenen Abteilung anwesend sein.

Diese können in der Regel am besten Auskunft darüber geben, welche Funktionen notwendig sind und Fragen zu den Anforderungen an das Produkt auf Seiten der Dienstleister beantworten. Schon zu Beginn der Entwicklung einer Anwendung können Sie so Anforderungen klar formulieren und vermeiden daher lange Kontaktwege und ein unnötiges Hin- und Herschieben von Verbesserungswünschen und Umsetzungen.

Auch in der ersten Testphase eines Produktes sollten Sie darauf achten, dass dieses von den Mitarbeitenden einer Abteilung im vollen Umfang genutzt wird, um späteren „Entdeckungen” über unzureichende oder fehlende Funktionen entgegenzuwirken.

Fehlende Nachschulungen nach der Einführung

Leider enden die Absprache und der Austausch über eine entwickelte Anwendung in einem Unternehmen häufig nach ihrer Einführung. Für die optimale Nutzung einer Applikation empfehlen wir Ihnen jedoch, auch im Nachhinein noch eine oder zwei Schulungen durchzuführen: Häufig erleben wir es, dass die User die Anwendung nach einiger Zeit zwar nutzen und mit ihr umgehen können, jedoch nicht vom vollen Funktionsumfang Gebrauch machen.

Daher sollten Sie am besten bereits zu Beginn des Projektes eine Schulung einplanen, die einige Wochen nach der Einführung der Anwendung stattfindet. Dadurch profitieren Sie von einer vollumfänglichen Nutzung der Applikation, mit der Sie und Ihre Mitarbeitenden nicht nur die Basics, sondern alle Möglichkeiten der Anwendung optimal nutzen können.

Unzureichende Betrachtung angrenzender Prozesse

Der fünfte Fehler bei der Einführung und Umsetzung neuer mobiler Anwendungen ist die Nicht-Beachtung angrenzender Prozesse an die eigentliche Applikation. Wenn Sie also beispielsweise eine neue Anwendung in der HR zur Ermittlung der Arbeitszeit einführen möchten, müssen Sie auch andere, mit diesem Prozess verknüpfte Abläufe, mit bedenken. Dazu gehören zum Beispiel solche Anwendungen zur Verteilung von Urlaubszeiten oder zur Erfassung von Krankheitstagen oder anderen Fehlzeiten.

Auch für die Vermeidung dieses Fehlers sollten Sie daher mit den Mitarbeitenden einer Abteilung in Kontakt treten und vor der Entwicklung einer Anwendung ermitteln, welche anschließenden oder vorangehenden Abläufe bei der Planung zu beachten sind. Nur so stellen Sie sicher, dass diese verknüpften Prozesse auch nach der Einführung einer neuen Anwendung weiterhin problemlos funktionieren.

Tobias Schießl

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Wenn Sie Fragen dazu haben, melden Sie sich gerne bei mir. Ich unterstütze Sie – z. B. in einer Websession gerne dabei, unverbindlich zu beurteilen, wie eine mobile Lösung für Sie aussehen könnte. 

Tobias Schießl

Tobias Schießl

Mein Name ist Tobias Schießl und ich bin begeisterter SAP Consultant im Bereich Mobility. Gerne unterstütze ich Sie bei den Themen mobile Infrastrukturen und App-Entwicklung mit SAPUI5 oder Neptune.

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