Tobias Schießl
 - 26. August 2019

Fiori 3.0: Worauf können Sie sich freuen?

SAP Fiori mobile Anwendung

Dass SAP mit Fiori noch so einiges in Planung hat, um die SAP-Oberflächen aller Endanwender auf ein neues Level zu heben und die User Experience noch weiter zu optimieren, war bereits bekannt. Spätestens seit der großen Ankündigung auf den SAP-TechEd-Veranstaltungen 2018 wissen wir nun, dass mit SAP Fiori 3.0 die Vorgängerversion Fiori 2.0 (seit 2016 der Standard in der Fiori-Welt) nach und nach abgelöst wird.

Aber was hat sich mit Fiori 3.0 jetzt schon geändert – und was wird noch kommen?

Fiori 3.0: Bewährtes neu denken

Erst einmal zu dem, was sich nicht geändert hat: Wie auch schon bei den Neuerungen seiner Zeit in Fiori 2.0, bleibt Fiori 3.0 den fünf bewährten SAP-Fiori-Design-Prinzipien treu. Das bedeutet, es bleibt weiterhin rollenbasiert, anpassungsfähig, einfach, kohärent und ansprechend. Auch das Fiori Launchpad behält seinen Stellenwert als Startseite und zentralisierter Ausgangspunkt für alle weiteren Anwendungen.

Infografik: 5 Designprinzipien von SAP Fiori

Die 5 Designprinzipien von SAP Fiori im Detail als Infografik dargestellt

Mit dem Wandel von Fiori 2.0 zu 3.0 stellt SAP jedoch insbesondere einen Punkt in den Fokus seiner Optimierung: „Harmonizing“. Zu Deutsch ist also eine Harmonisierung, eine Vereinheitlichung von Fiori zentraler Dreh- und Angelpunkt der aktuellen UX-Strategie von SAP. Dies sei insbesondere als Reaktion auf die Anforderung der Endanwender entstanden, die sich eine Ausarbeitung und Verbesserung hinsichtlich eines der Kernprinzipien der Guidelines gewünscht haben: Kohärenz. Durch das Aufkommen von immer mehr und immer komplexeren Fiori-Anwendungen gilt es, die Nutzerfreundlichkeit und -akzeptanz weiter zu gewährleisten.

Was bietet Fiori 3.0 jetzt schon?

Mit SAP UI5 1.65 stehen Endanwendern nun bereits seit dem 25. April 2019 die ersten Features zur Verfügung, mit denen das neue Fiori mit optimierter UX-Strategie aufwarten kann:

Neues Theme: „Quartz“

Hinter diesem Namen verbirgt sich das neue Design der Fiori-Oberfläche, das somit das in Fiori 2.0 eingeführte „Belize“-Theme ablöst. Durch seine neutral gehaltenen Weiß-, Grau- und Dunkelblau-Töne stellt es sich als Designschema mehr in den Hintergrund und soll somit den Anwendungen und ihren Inhalten den Vorrang geben. Es kann jedoch nach aktuellem Stand weiterhin das alte „Belize“-Theme genutzt werden.

Abbildung 1: Das neue Fiori 3.0-Theme auf einer SAP S/4HANA Cloud 1908 Homepage (Quelle: experience.sap.com)

Die neue Shell

Wir erinnern uns: Mit Fiori 2.0 wurde das sogenannte Viewpoint-Konzept eingeführt, in welchem die Benutzer links in der erweiterten Desktop-Ansicht auf ihren persönlichen Bereich zugreifen konnten – die sogenannte „Me-Area“. Benachrichtigungen wurden auf der rechten Seite angezeigt. Dieses Konzept wurde im ersten Update von Fiori 3.0 nun abgeschafft und von der neuen Shell gänzlich abgelöst.

Mehr und mehr Anwendungen setzen mittlerweile auf den Fiori-Werkzeugen auf – so auch SuccessFactors, Ariba, C/4HANA und Fieldglass, um nur wenige Beispiele zu nennen. In der Shell hatten diese bisher alle ihre ganz eigenen, uneinheitlichen Konzepte, die einen Wechsel zwischen den Anwendungen oft deutlich verkompliziert haben. Das simple Design der neuen Shell schreibt hier das Thema „Harmonisierung“ groß: Es führt die in verschiedenen Anwendungen doch recht unterschiedlichen Designs zu einem einheitlichen Design zusammen und vereint dabei außerdem den Home-Button mit dem Firmenlogo. Der User-Avatar ist rechts auf der Leiste angesiedelt und bietet zum einen ein Drop-Down-Menü, das alle wichtigen Funktionen ermöglicht, führt zum anderen aber auch durch einen Klick auf den Avatar zur „Me-Area“, die vorher in der erweiterten Desktop-Ansicht zu finden war.

 

Abbildung 2: Die „Me-Area“ im eigenständigen Fenster bei der neuen Shell Header Bar (Quelle: experience.sap.com)

Worauf können wir uns noch bei Fiori 3.0 freuen?

SAP plant, die Erneuerungen von Fiori 3.0 sukzessive einzuführen. Somit soll sowohl den Endanwendern als auch den Entwicklern der Umstieg deutlich vereinfacht und die Akzeptanz der Anpassungen auf allen Seiten auf einem hohen Level gehalten werden. Was im vollen Umfang hier noch auf uns wartet, ist noch nicht vollständig bekannt. Aber ein paar Dinge stehen bereits in Aussicht:

Cards statt Tiles

Zuvor habe ich geschrieben, dass das SAP Fiori Launchpad bleibt und weiterhin der zentrale Ausgangspunkt eines Endanwenders sein wird. Aber auch hier greift in Zukunft Fiori 3.0 ein und führt im Zuge seiner UX-Optimierung eine Änderung ein: Die bisher genutzten Tiles werden von einem Card-Design abgelöst. Hier reagiert SAP abermals auf die Nachfrage der Endanwender, da durch das neue Card-System deutlich mehr Informationen auf einen Blick angezeigt werden können als zuvor. Insbesondere aufgrund des erhöhten Informationsbedürfnisses der Kunden ist dies im Laufe der Zeit zu einem der meistangefragten Features geworden, dem SAP im nächsten Schritt mit Fiori 3.0 nachkommen möchte. Die Design-Änderungen sind hierbei so geringfügig, dass der Endanwender sich nicht auf eine große Umstellung gefasst machen muss. Ebenfalls in Planung befindet sich für die 3.0-Version in späteren Schritten ein Update, das das Auslösen von Workflow-Aktionen unmittelbar über die Cards möglich machen soll – hierbei handelt es sich aber aktuell noch um Zukunftsmusik.

SAP CoPilot

Nein, der SAP CoPilot ist keine Fiori-3.0-Neuheit. Dennoch soll das Conversational UI von SAP in der neuen Version eine deutlich zentralere Rolle spielen als noch zuvor: In Zukunft soll es nicht länger als PopUp im Launchpad anzeigbar gemacht werden, sondern stattdessen als fester Bestandteil in das Launchpad integriert werden. Der Assistent, der sich mit Alexa oder Siri vergleichen lässt, soll hier in Zukunft als zentrale Anlaufstelle für alle dem Endanwender wichtigen Funktionen genutzt werden. Es sollen sich sowohl intelligente Suchanfragen als auch direkte Zugriffe oder Überleitungen zu zentralen Funktionen (wie Workflow-Aktionen, bestimmten Apps etc.) realisieren lassen. Demnächst sollen hier außerdem auch Fragments ermöglicht werden: Wird beispielsweise dem CoPilot mitgeteilt „Am 01.01.2020 Urlaub buchen“, wird unmittelbar der mit diesen Informationen vorausgefüllte Abwesenheitsantrag vorgeschlagen.

Fazit

Fiori 3.0 ist der nächste Schritt hin zu einer anwenderfokussierten UX-Strategie. Aber auch darüber hinaus hält die Roadmap von Fiori-Version 3.0 noch die ein oder andere Überraschung und Optimierung für Sie und mich bereit – insbesondere die Entwicklungen des CoPilots können hier noch besonders spannend werden. Wenn Sie Fragen zu den aktuellen Funktionalitäten von Fiori haben, kommen Sie gerne auf mich zu.

Tobias Schießl

Tobias Schießl

Mein Name ist Tobias Schießl und ich bin begeisterter SAP Consultant im Bereich Mobility. Gerne unterstütze ich Sie bei den Themen mobile Infrastrukturen und App-Entwicklung mit SAPUI5 oder Neptune.

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