Tobias Schießl
19. Mai 2022

SAP Integration Suite

Die SAP Integration Suite ermöglicht die Integration von Geschäftsprozessen über SAP- und Drittanbieteranwendungen, Datenhubs, Handelspartnern und vielen weiteren Optionen. Somit ist es Unternehmen möglich, Prozesse abteilungsübergreifend zu verschlanken und gleichzeitig die Fehlerquoten und Kosten zu verringern.

Ob Google Drive, Salesforce, Slack, Oracle ERP Cloud, SAP S/4HANA und viele weitere Dienste: Durch die Nutzung von fragmentierten Anwendungen gleicht die Software-Infrastruktur in vielen Unternehmen einem Flickenteppich.

Dabei ziehen Unternehmen heutzutage erheblichen Wert aus der ganzheitlichen Verbindung von Daten, Technologie und Geschäftsprozessen – nicht nur innerhalb des Unternehmens, sondern auch weit darüber hinaus. Die Integration verschiedener Software-Lösungen wird umso wichtiger, je mehr Mitarbeiter und Prozesse hiervon abhängen.

SAP Integration Suite: Eine Kurzübersicht

Die SAP Integration Suite ist ein Cloud-basiertes Integrationsprogramm, das digitale Kontaktpunkte verschiedener Drittanbieter praktisch und übersichtlich miteinander verbindet, optimiert und automatisiert.

Durch die Optimierung und Automatisierung fragmentierter Geschäftsprozesse lassen sich viele Probleme lösen, die durch den Flickenteppich fragmentierter Software-Lösungen entstehen. Diese behindern nämlich die Fähigkeit von Unternehmen, ihre Arbeitsweise effektiv zu transformieren.

FAQ: Einführung der SAP Integration Suite

Häufig gestellte Fragen zur Einführung der SAP Integration Suite.

Bei Geschäftsprozessen, die sich über mehrere getrennte Anwendungen erstrecken, ist es oftmals eine große Herausforderung, sich ein vollständiges Bild über die Geschäftsabläufe zu verschaffen. Die gesamte Wertschöpfungskette kann nicht erfasst und optimiert werden, was zu erheblichen Einschränkungen in puncto Effizienz und Wirtschaftlichkeit führt.

Definition: iPaaS und EiPaaS

Bei der SAP Integration Suite handelt es sich sowohl um ein Integration Platform as a Service (iPaaS) als auch um ein Enterprise Integration Platform as a Service (EiPaaS) Modell. Auch wenn sich diese Begriffe sehr ähneln, gibt es Unterschiede in der Anwendung.

Bei iPaaS handelt es sich vereinfacht ausgedrückt um eine Plattform, die unzusammenhängende Systeme miteinander verbindet. Bei den meisten Unternehmen gibt es eine Vielzahl von Silo-Effekten, die sich beispielsweise in unterschiedlichen Systemen der Vertriebs-, Marketing- und Serviceabteilungen bemerkbar machen.

iPaaS ermöglicht eine Kommunikation zwischen verschiedenen Anwendungen, inklusive Datenaustausch, was eine Brücke zwischen verschiedenen Abteilungen und Systemen schafft. Im Gegensatz zu iPaaS- sind EiPaaS-Lösungen darauf ausgelegt, Integrationsprojekte auf Konzernebene zu unterstützen, was beispielsweise High-Availability, Notfallwiederherstellung (HA/DR) und Service-Level Agreements (SLAs) beinhaltet.

Funktionsweise der SAP Integration Suite

Integrationslösungen können Unternehmen dabei helfen, Prozesse zu verschlanken, die Effizienz zu steigern und ein besseres Nutzererlebnis zu schaffen. Dies wird durch eine ganze Reihe von unterschiedlichen Funktionen gewährleistet.

Cloud-Integration

Mit der SAP Integration Suite lassen sich A2A, B2B- und B2G-Integrationsflüsse (Application-to-Application, Business-to-Business, Business-to-Government) erstellen. Hierzu stehen den Nutzern mehr als 2.000 vorkonfigurierte Integrationen zur Verfügung. Dazugehörige Abläufe lassen sich schnell und einfach mit einer KI-gestützten Weboberfläche erstellen.

Open Connectors

Mit Open Connectors können Verbindungen von mehr als 170 Anwendungen von Drittanbietern integriert werden. Hierzu zählen unter anderem die Bereiche Zusammenarbeit, Messaging, CRM und Helpdesk.

API-Management

Über das integrierte API-Portal können nützliche Verbindungen für Kunden, Partner und Mitarbeiter erstellt werden. Hierdurch lassen sich eigene APIs entwickeln, um Prozesse zu optimieren und neue, innovative Lösungen zu entwickeln.

Event Mesh

Mithilfe von Event Mesh können Anwendungen durch asynchrone Ereignisse kommunizieren. Ein Event ist in diesem Falle eine signifikante Veränderung eines Objekts innerhalb des Systems, beispielsweise eine neue Bestellung, die automatisch eine Reaktion in verbundenen Systemen auslöst.

Einsatzmöglichkeiten

Die Optimierung und Verschlankung von Prozessen kennt kaum Grenzen. Im Folgenden wird ein Beispiel skizziert, wie die SAP Integration Suite den Zahlungsprozess innerhalb eines Unternehmens optimieren kann.

Mit der SAP Integration Suite ist es möglich, alle Ausgabenprozesse und -kategorien zu verwalten. Beispielsweise kann die Beschaffung an einem Ort zentralisiert werden. Somit wird ein Self-Service-Einkaufserlebnis für Mitarbeiter und Kunden ermöglicht.

Des Weiteren wird die Zusammenarbeit mit Handelspartnern beschleunigt. Lieferantenmanagement-Funktionen ermöglichen einen intelligenten Dokumentenaustausch ohne Verarbeitungsfehler. Es gibt eine Vielzahl von Funktionen, die die Suche, Qualifizierung und Segmentierung von neuen Lieferanten erleichtern.

In diesem Webinar erhalten Sie Antworten auf alle gängigen Fragen rund um die SAP-Cloud-Strategie. Sie können Tipps sammeln, wie Sie Ihren Weg in die Cloud mit der BTP Cloud Foundry gestalten können.

Vor- und Nachteile der SAP Integration Suite

Vorteile der SAP Integration Suite

• Integration von Legacy- als auch Cloud-basierten Anwendungen und Prozessen
• Integration zwischen SAP- und Drittanbieteranwendungen und Datenquellen
• Mehr als 2.500 vorgefertigte Integrationen
• Über 2.800 gebrauchsfertige APIs über SAP API Business Hub
• Skalierbare Funktionen
• Integrierte Geschäftsprozesse
KI-gestützte Entwicklung

Nachteile der SAP Integration Suite

• Relative steile Lernkurve
• Weniger für KMUs geeignet
• Keine Freemium-Variante verfügbar

Fazit

Die SAP Integration Suite ist vornehmlich für größere Unternehmen geeignet, die bereits viele unterschiedliche Systeme nutzen und nach weiteren Möglichkeiten suchen, um ihre Prozesse zu verschlanken und zu automatisieren. Das System ist daher weniger für kleinere Unternehmen geeignet, die nur über eine geringe Anzahl an fragmentierten Prozessen verfügen. Hier stellen der Aufwand und die relativ steile Lernkurve Herausforderungen dar.

Unternehmen sollte immer dann mit der Integration fragmentierter Software-Lösungen beginnen, wenn zu viele Prozesse die Effizienz behindern und Arbeitnehmer durch die Einführung von automatisierten, übergreifenden Prozessen mehrere Stunden an Arbeitskraft pro Monat einsparen können. Das Renditepotenzial ist somit erheblich groß und kann Unternehmen dabei helfen, ihre Profitabilität signifikant zu steigern.

Tobias Schießl

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Tobias Schießl

Tobias Schießl

Mein Name ist Tobias Schießl und ich bin begeisterter SAP Consultant im Bereich Mobility. Gerne unterstütze ich Sie bei den Themen mobile Infrastrukturen und App-Entwicklung mit SAPUI5 oder Neptune.

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