Eclipse IDE

Eclipse ist eine integrierte Entwicklungsumgebung (IDE) für eine Vielzahl von Programmier- und Metasprachen. In der Urversion wurde Eclipse für die objektorientierte Programmiersprache Java entwickelt und nach und nach um weitere Sprachen, wie HTML, CSS oder PHP, erweitert.

Eclipse stammt aus der Entwicklungsabteilung von IBM und wurde im Jahr 2001 als Nachfolger der Entwicklungsumgebung IBM Visual Age for Java veröffentlicht. Heute steht Eclipse unter einer Open Source Lizenz und die Weiterentwicklung wird von der Eclipse Foundation vorangetrieben.

Geschichtliches und Grundlagen

Bereits kurz nach der Veröffentlichung von Eclipse wurde ein von IBM Mitarbeitern geführtes Konsortium mit der Betreuung des Basisframeworks beauftragt. Im Jahr 2004 wurde dann die eingangs erwähnte rechtlich eigenständige Eclipse Foundation gegründet. Seit Release 3.2 wurde jede neue Version mit einem an die Monde des Jupiters angelehnte Bezeichnung versehen (beispielsweise Kepler, Luna oder Juno). Ausnahmen bildeten die nach Raumsonden (Galileo, Helios) und dem Planeten Mars benannten Zwischenversionen.

Für Eclipse typisch ist die Anwendern freigestellte Möglichkeit zur Verwendung der klassischen Grundversion oder eine eigene Zusammenstellung anhand verschiedener Programmpakete. Diese Pakete ergänzen die Kernfunktionen der IDE um spezifische Erweiterungen, wie Bibliotheken oder Programmiersprachen. Die standardmäßig englische Oberfläche kann durch entsprechende Sprachpakete (Babel-Packs) umgestellt werden.

Eclipse IDE

Eclipse wird seit Beginn plattformunabhängig auf 14 Systemen angeboten. Dazu gehören unter anderem Varianten für Linux, macOS, FreeBSD, Solaris und Windows.

Im Laufe der Zeit haben sich die Funktionalitäten durch teilweise erhebliche Neuerungen stark gewandelt. Die aktuellen Versionen von Eclipse bieten unter anderem eine Versionsverwaltung und einen integrierten Hub zur gemeinschaftlichen Arbeit in Teams. Sprachenübergreifende Language Server auf Basis des Language Server Protocols (LSP) können entweder lokal oder auf einem Server im Netzwerk installiert werden und helfen bei der Erstellung von Quellcode durch Hinweise, Plausibilitätsprüfungen und Autovervollständigung.

Architektur und Aufbau

Bis einschließlich Version 2.1 wurde Eclipse als erweiterbare Entwicklungsumgebung konzipiert.

Mit der Einführung des Releases 3.0 wurde das Konzept von Eclipse vollständig überarbeitet. Fortan stellt Eclipse bei jeder Versionsänderung lediglich den aktualisierten Programmkern bereit. Sämtliche Erweiterungen werden in Form von Plugins in den Programmkern integriert und müssen an neue Versionen angepasst werden.

Die grundlegende Funktionalität basiert auf dem Framework Equinox. Dieses Framework stammt ebenfalls aus der Entwicklung der Eclipse Foundation und wurde, wie auch der Programmkern von Eclipse, in Java geschrieben. Equinox implementiert beispielsweise eine Registry in Eclipse, die die Registrierung und Nutzung von Plugins ermöglicht.

Die grafische Oberfläche wurde mithilfe des Standard Widget Toolkits entwickelt. In dem Zusammenhang wird keine eigene GUI bereitgestellt, sondern es werden die standardisierten grafischen Elemente und Objekte des zugrundelegenden Betriebssystems verwendet. Dadurch wird einerseits verhindert, dass es aufgrund des plattformunabhängigen Einsatzes zu Darstellungsproblemen kommt und andererseits wird Eclipse stets in einer zeitgemäßen Optik dargestellt. Das Standard Widget Toolkit gilt im Allgemeinen als reaktionsschnelles und kompaktes Toolkit im Bereich der grafischen Oberflächen.

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Die Plugins, die zur Erweiterung des Programmkerns verwendet werden können, werden direkt über einen integrierten Market Place bezogen. Daneben steht auch ein Update Server bereit, der ebenfalls Plugins anbieten kann. Als Alternative können die Installationsdateien der Plugins auch manuell entpackt werden. Die Architektur wird komplettiert durch die Rich Client Platform. Dadurch wird Entwicklern die Programmierung von Eclipse-unabhängigen Anwendungen ermöglicht.

Grafische Oberfläche von Eclipse

Eclipse setzt auf eine benutzerfreundliche und übersichtliche Oberfläche, die in Form verschiedener konzeptioneller Ansätze umgesetzt wurde. Dadurch soll die Arbeit mit geschriebenem Programmcode und entwicklungstechnischen Ressourcen bestmöglich vereinfacht werden. Der konzeptionelle Aufbau gliedert sich in dem Zusammenhang in folgende Bestandteile:

Sichten (Views)

Die Sichten sind einzelne Fenster, die bequem per Drag and Drop auf der Oberfläche angeordnet und mit Funktionen versehen werden können. Dazu zählen beispielsweise Navigationsbereiche, Dateibrowser, Suchfelder und Klassen- und Methodensysteme. Die Fenster können bei Bedarf jederzeit aufgerufen und geschlossen werden. Zur besseren Übersicht können ganze Fenster in den Vordergrund gerufen oder in Form von Tabs eingeordnet werden.

Editoren

Die Editoren sind spezielle Eingabefelder für den eigentlichen Programmcode. Bei Eclipse haben die meisten kompatiblen Programmiersprachen eigene Editoren, die in der Regel durch Syntaxhervorhebung das Coding in Eclipse erleichtern.

Ergänzend dazu existieren visuelle Editoren, die eine Entwicklung grafischer Oberflächen durch einfaches Drag and Drog ermöglichen.

Die Editoren füllen standardmäßig den größten Bereich der Oberfläche von Eclipse aus. Unterstützend können die Views am Rand der Editoren platziert werden, um einen schnellen Zugriff auf wichtige Werkzeuge zu ermöglichen.

Neben der Syntaxhervorhebung bieten die meisten Editoren auch eine automatische Einrückung des Quelltextes, eine automatische Befehlsvervollständigung und Highlighting von Variablen, Befehlen und Methoden.

Perspektiven

Mithilfe der Perspektiven kann die Anordnung der Views, Editoren, Menüs und Symbole in Eclipse vorkonfiguriert werden. Die Perspektiven lassen sich benutzerspezifisch speichern und bei jedem Start der Eclipse IDE vorladen.

Im Falle eines nachinstallierten Plugins werden in vielen Fällen vordefinierte Perspektiven bereitgestellt, die ebenfalls an die eigenen Vorstellungen angepasst werden können.

Eclipse Erweiterungen

Plugins

Durch den plattform- und sprachenübergreifenden Einsatz der Eclipse IDE gibt es heute zahlreiche Plugins und Erweiterungen, die in den Programmkern integriert werden können. Durch die ursprüngliche Fokussierung als IDE für Java bestehen mit den Java Development Tools eines der größten Plugin-Pakete, welches sämtliche Java-Features in Eclipse bereitstellt. Darüber hinaus können über den Market Place weitere Projekte und Pakete für die Programmiersprachen C, C++, Perl, PHP, Ruby, Python, Scala und viele weitere geladen werden.

Bibliotheken, Frameworks & Platforms

Neben den Programmiersprachen können die Entwicklungsprozesse in Eclipse auch durch Bibliotheken, Frameworks und Platforms erleichtert werden. Die einfache und umfangreiche Erweiterbarkeit von Eclipse macht die Entwicklungsumgebung zu einer der beliebtesten IDEs für Entwickler. Verschiedenen Umfragen und Schätzungen zur Folge beansprucht Eclipse einen ungefähren Marktanteil von 40 % für sich.

Zusammenfassung & Fazit

Eclipse ist eine integrierte Entwicklungsumgebung für eine Vielzahl von Programmiersprachen. Durch seinen quelloffenen Ansatz und der kostenfreien Nutzungsmöglichkeit ist Eclipse heute eine der beliebtesten IDEs. Ursprünglich von IBM für Java entwickelt, können heute durch Plugins und Erweiterungen weitere Programmiersprachen in den Programmkern geladen werden. Der Programmkern von Eclipse stellt in dem Zusammenhang die einzige versionsübergreifende Konstante dar. Jede Aktualisierung führt Neuerungen in den Kern ein und die integrierten Plugins und Erweiterungen müssen entsprechend an die neue Version angeglichen werden.

Die grafische Oberfläche von Eclipse ist auf eine effiziente Arbeitsweise ausgerichtet. Der konzeptionelle Aufbau durch Views, Editoren und Perspektiven sorgt für eine anpassbare Optik und eine bequeme Arbeitsweise mit der integrierten Entwicklungsumgebung. Sowohl die Funktionalitäten als auch die Oberfläche von Eclipse kann durch die manuelle oder automatische Installation von Plugins und Erweiterungen angepasst werden. Entsprechende Möglichkeiten finden sich in dem standardmäßig integrierten Market Place von Eclipse.


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