Tobias Harmes
29. Mai 2026

💎 SAP AI für On-Premises | Perspektive SAP IT – Mai 2026

Auf der diesjährigen SAPPHIRE in Orlando gab es mitten im AI-Buzzword-Sprint eine Überraschung: SAP weicht von der harten Linie ab, kein Joule zu S/4HANA und ECC zu bringen. Und auch zum Thema Betriebskosten von SAP KI-Agenten in Verbindung mit 3rd-Party-Agenten gibt es Updates.

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Die SAP Sapphire in Orlando ist das wichtigste internationale Kundenevent von SAP. Dort präsentierte SAP auch dieses Jahr wieder seinen aktuellen Schwerpunkt: Business AI. Der SAP-Vorstand rund um CEO Christian Klein erklärte in den Keynotes die zukünftige Ausrichtung.

Dabei hat der Buzzword-Generator in Walldorf vor allem einen neuen Begriff ausgespuckt: die Autonomous Suite. In dieser sollen Joule Agents und Joule Assistants eigenständige Handlungen über die Bereiche Finanzen, Einkauf, Supply Chain, HR und Kundenservice (CX) hinweg ausführen können. Das bestehende ERP- und Applikationsportfolio soll so weiter mit KI-Automatisierung ausgestattet werden.

Der Assistent ist der Chef vom Agent

Joule Agents übernehmen dabei als Spezialisten wie schon zuvor Aufgaben innerhalb der Kern-Geschäftsprozesse. Sie sollen dabei auch auf die eigenen Bedürfnisse anpassbar sein (zum Beispiel durch eigene Workflow-Schritte) und sind damit auch nicht nur auf das SAP-Ökosystem beschränkt.

Joule Assistants fungieren als übergeordnete, rollenbasierte Einheiten, in denen jeweils mehrere Joule Agenten zusammengefasst werden. Ein Assistant koordiniert die verschiedenen Agenten, um größere Arbeitsabläufe zu automatisieren und dem Nutzer aufbereitete Erkenntnisse zu liefern. Sie sind eher auf konkrete Positionen im Unternehmen zugeschnitten (z. B. spezifische Assistants für die Kreditorenbuchhaltung, das Treasury oder das Controlling im Finanzbereich).

Joule für On-Premises oder: Die Hölle ist zugefroren

Zum Start der neuen „Autonomous Suite“ veröffentlicht SAP 224 dieser Agenten, die in 51 verschiedenen Assistants gebündelt sind. Und während das Publikum bei der Keynote noch versuchte zu verstehen, was das Unternehmen im Hier und Jetzt bringen könnte, kam die eigentlich spannende Information: Vieler dieser neuen Joule Assistants und Joule Agents sollen auch an S/4HANA On-Premises und SAP ECC angebunden werden können – sofern sich das Unternehmen denn schon in dem „Rise with SAP“-Programm befindet.

Es war die einzige Stelle, bei der spontan deutlicher Beifall bei der Keynote entstand. Den kommentierte SAP-Vorstand Muhammad Alan schmunzelnd: „Ich dachte mir schon, dass ich hier nicht zum Klatschen auffordern muss“. Es bleibt abzuwarten, was diese Aufweichung der bisher harten Linie, die On-Premises-Systeme AI-mäßig auszusparen, wirklich bringen wird. Aber es wäre für alle eine echte Erleichterung, wenn SAP AI-Funktionen auch außerhalb einer „Perfect World“ in einem Public Cloud Setup funktionieren würden.

SAP Agents reden mit externen Agents kostenlos, aber nicht umgekehrt?

In der Keynote wurde auch das Trendthema Thema „Headless Software-as-a-Service“ angesprochen, also die Überlegung, dass Anwender die Funktion einer App nutzen, ohne die App selbst. SAP arbeitet mit Joule Work an einer Anwendungslogik, bei der Oberflächen (wenn überhaupt) dynamisch generiert werden. Dadurch ist noch weniger Wechsel zwischen den Anwendungen erforderlich.

Und passend dazu bietet SAP mit Joule Studio 2.0 eine neue Version der Entwicklungsumgebung, in der Nutzer durch natürliche Sprache eigene KI-Agenten programmieren können. Dabei können SAP-eigene KI-Modelle oder Modelle von Drittanbietern, wie beispielsweise Anthropics Claude, genutzt werden. Die Entwicklung sowie die Laufzeit der Agenten sind bis Ende 2026 kostenlos. Und: Laut Christian Klein können SAP-KI-Agenten ab sofort unbegrenzt und ohne zusätzliche Kosten Daten mit Agenten von Drittanbietern austauschen.

Ist das jetzt eine Rolle rückwärts zu den zuletzt geänderten Lizenzbedingungen von SAP bezüglich Agenten? Tja, das werden vermutlich am Ende Anwälte klären. Dürfen SAP-KI-Agenten jetzt etwas kostenlos, was beim Zugriff *von* externen Agenten auf SAP in Zukunft extra berechnet wird? Oder ist nur die Idee, dass externe Agenten mit SAP-Agenten sprechen müssen, aber eben nicht selbst irgendwelche API-Aufrufe machen?

Aber hey, Joule bekommt Zugriff auf On-Premises. Yeah!

Herzliche GrĂĽĂźe
Tobias Harmes

Events und Webinare

23. & 24.06.2026 | Treffen Sie uns auf dem E-Rechnungs-Gipfel 2026 in Berlin
Am 23. und 24. Juni 2026 können Sie uns vor Ort auf dem E-Rechnungs-Gipfel in Berlin treffen. Vereinbaren Sie vorab einen Termin oder kommen Sie einfach vorbei!
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Unsere Webinare im Juni

  • Am 09.06.2026: E-Rechnungspflicht mit SAP umsetzen – Die besten Tools fĂĽr Ihren Rechnungsversand im Vergleich
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  • Am 11.06.2026: SAP Fiori in S/4HANA optimal einsetzen
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  • Am 16.06.2026: Next Level Reporting in SAP: Mit SAP Analytics Cloud & Co. zur effektiven Datenanalyse
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  • Am 18.06.2026: SAP BTP einfach erklärt – EinfĂĽhrung in die neue Welt fĂĽr SAP Basis Administratoren
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  • Am 24.06.2026: Sichere SAP BTP: Vom Assessment zum Security-Konzept
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Security Operations Center: Direkte Anbindung an SAP oder ĂĽber ein spezialisiertes Security Tool? Wir analysieren die Vor- und Nachteile beider Wege und zeigen Ihnen am Beispiel eines Kundenbeispiels, wie eine skalierbare und effiziente SOC-Integration mit SAP heute gelingt.
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NIS-2 Management-Pflichtschulung (Online-Classroom)
Der nächste Termin für diesen Kurs ist am 03.06.2026.
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Tobias Harmes

Tobias Harmes

Mein Name ist Tobias Harmes und ich bin SAP Basis & Security Experte, Speaker und Herausgeber von RZ10.de. Ich helfe anderen dabei, Unternehmensdaten und Geschäftsprozesse in SAP wirksam abzusichern.

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