Tim Lutz
 - 3. Mai 2016

SAP Auslieferungsprozess schlanker machen trotz Rabatte?

Paketauslieferung DHL Hermes und Co

Als Logistik und MM-Berater bin ich permanent auf der Suche nach Verbesserungen im Prozessdurchlauf, Beseitigung von Engpässen oder sonstigen Optimierungen, seien sie auch noch so klein. Bei meiner Arbeit bin ich daher zuletzt auf folgenden Prozess gestoßen, der bei sehr vielen Unternehmen aber täglich Gang und Gebe ist.

Ich möchte Ihnen den Prozess kurz erläutern. Ich denke der ein oder andere wird sich dabei wiederfinden:

Eine Firma beliefert aus einem Lager verschiedene Kunden mit Paketen in unterschiedlichen Größen. Für den Versand der Pakete wird ein Paketdienstleister wie DHL eingesetzt. Im Lager wird SAP zur Verwaltung und Steuerung der Prozesse eingesetzt.

Zu Beginn des Auslieferungsprozess wird ein Kundenauftrag im Modul SAP SD erstellt. Zu diesem Kundenauftrag werden Im Anschluss werden eine oder mehrere Auslieferungen in SAP erstellt. Mithilfe dieser Auslieferungen werden anschließend im SAP die weiteren logistischen Prozesse angestoßen. Wenn beispielsweise SAP WM (Warehouse Management) als Lagerverwaltung zum Einsatz kommt, wird die Kommissionierung der benötigten Materialien in der Auslieferung über Transportaufträge abgebildet. Falls kein WM im Einsatz ist, kann der Warenausgang direkt zur Auslieferung in SAP gebucht werden.

Packstücke mit SAP versenden

In beiden Fällen kommt es häufig vor, dass Materialien vor der Auslieferung verpackt werden. Dieser Verpackungsprozess kann beispielsweise über Handling Units abgebildet werden. Mit der SAP Packtisch-Transaktion (HUPAST) werden entsprechende Packmittel ausgewählt, das Gewicht eingetragen oder per Waage automatisch übertragen und anschließend vom Mitarbeiter verpackt. Wenn die Stammdaten der Packmittel korrekt gepflegt sind, kann SAP automatisch die Maße des verpackten Pakets ermitteln und fortschreiben. Nachdem also nun die Materialien für die Lieferung kommissioniert und verpackt wurden, kann der Warenausgang gebucht werden.

Die verpackten Pakete werden anschließend von einem Paketdienstleister wie DHL, DPD, Hermes, GLS, TNT oder UPS versendet.

An dieser Stelle entsteht erfahrungsgemäß ein Medienbruch.

Der Mitarbeiter verlässt den SAP Prozess: Er öffnet den Browser an seinem PC und tippt manuell die Daten der Packstücke auf der Homepage des Paketdienstleister ein. Anschließend bucht er über den Browser die Abholung der Pakete, druckt manuell die Labels aus und klebt diese auf die Packstücke. Durch diesen manuellen Schritt am Ende des Prozesses entsteht ein hoher Zeitaufwand und somit hohe Kosten.

Viele Paketdienstleister bieten eine Online-Schnittstelle an, auf die nach Registrierung kostenlos zugegriffen werden kann. Mithilfe dieser Schnittstellen ist es unter anderem möglich eine Abholung zu buchen, Etiketten zu drucken und sogar ein Nachverfolgung von einzelnen Packstücken abzuspeichern. Zusätzlich gewähren die Paketdienstleiter häufig einen Rabatt auf den Preis, der bei einer manuellen Buchung berechnet wird.

Wieso also nicht diese Schnittstelle aus dem SAP heraus aufrufen und nutzen? Dort sind bereits alle Verpackungsdaten, Kundendaten, Adressen und so weiter vorhanden.

Also ja: ein schlanker Auslieferungsprozess für einzelne Packstücke mit SAP ERP ist möglich.

Und zwar über eine direkte Anbindung der Paketdienstleiter!

Wie lösen Sie bei sich im Unternehmen diesen letzten Schritt im SAP Auslieferungsprozess? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, die letzten Prozessschritte im Auslieferungsprozess in Ihr SAP zu integrieren?

 

Tim Lutz

Mein Name ist Tim Lutz und ich bin der Fachbereichsleiter von Mindlogistik. Ich beschäftige mich schon seit vielen Jahren mit Logistiklösungen im SAP Umfeld.

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie mich!




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