Rico Magnucki
 - 11. Juni 2018

Fiori Apps mobil nutzen

SAP_Mobile_Cards

Ob sich mobile Apps durchsetzen? Die Frage stellt sich heutzutage nicht mehr. Die Fragen sind heute viel mehr: »Warum soll ich Prozesse mobil machen?« »Wie bringe ich jetzt all diese Applikationen auf ein mobiles Gerät?«, »Welche Prozesse mache ich mobil – welche bekommen nur ein Redesign?« und nicht zuletzt: »Wer soll das alles bezahlen?«

Am 10.6. wurde der Apple App-Store ausgerollt. Das ist jetzt 10 Jahre her. Schon damals war der Slogen: »There’s an App for that.« – »Da gibt es eine App für.«

Was vor 10 Jahren nach einem futuristischen und sehr engagierten Vorhaben aussah, ist heute schnöde Realität. Es gibt wirklich für alles eine App.

Frei zugänglich sind davon rund 5 Millionen Applikationen (Apple und Google) die in öffentlichen App-Stores zum Download stehen. Wie hoch die Dunkelziffer bei Enterprise Apps ist, lässt sich nur schwer sagen.

Mobile Apps Anzahl nach Store Statista 032017

Mobile Lösungen im SAP-Kontext

SAP hat sich mit Fiori eine neue User Experience (UX) Strategie gesetzt, die Technologien wie Dynpro und WebDynpro ablösen wird. Dabei wird auf HTML5 und damit auf Web-Technologien gesetzt. Der Schritt ins Web mag ungewohnt erscheinen. Betrachten wir jedoch den Trend der letzten Jahre, ist klar zu sehen, dass immer mehr Applikationen in die Cloud wandern und damit auch ein Web-Frontend anbieten. Jetzt sind Fiori Oberflächen zunächst erstmal Web-Oberflächen. Wie kommen diese nun auf das mobile Endgerät?

Smartphone Browser

Die wahrscheinlich einfachste und schnellste Variante geht über den Browser des Telefons. Webseite ist schließlich Webseite und was auf dem 24 Zoll Desktop-Monitor gut aussieht, wird dank des tollen Frameworks schon irgendwie auf das Smartphone passen.
Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Als Anwender sind wir zwar einiges an Leid gewohnt und ertragen weit aus mehr schlechtes Design als für uns gut ist. Unter dem Aspekt können wir Fiori Oberflächen definitiv zu den augenschonenden, durchaus bedienbaren Oberflächen zählen. Wenn wir ganz ehrlich sind, fällt die Anzeige im Smartphone Browser aber eher in die Kategorie: »Das kannst du schon so machen, dann ist es halt…« Traurig aber wahr. Es muss also auch anders gehen.

Native Apps

Native Apps werden direkt für das Betriebssystem geschrieben, auf dem sie Laufen. Da Blackberry faktisch tot ist und Windows Phone auch gerade das Zeitliche gesegnet hat  schauen wir uns hier nur kurz Android und iOS an.

Die native Entwicklung von Apps für den Unternehmenskontext ist oft mit vielen Vorurteilen belegt. Einige davon sind durchaus berechtigt.

Native Anwendungen sind:

  1. komplizierter
  2. schwerer zu warten
  3. teurer

Im Grunde bezeichnen alle diese Einwände das gleiche Problem: Unternehmen haben normalerweise keine Expertise in der Entwicklung von nativen Apps. Sollen sie auch nicht haben. Die Tatsache, dass sich heutzutage in jedem größeren Unternehmen ein Web-Entwickler findet spielt der WebApp einfach in die Karten. Dann ist sie auch noch plattformunabhängig und schon gibt es nur wenige Argumente für native Applikationen. Dann reicht es auch nicht, dass sie sich besser in das System des Telefons einfügen und in der Regel performanter sind.

Hybride Apps

Hybride Applikationen sollen das beste aus beiden Welten vereinen. Ohne hier einen tief-technischen Exkurs zu machen lässt sich das oft bestätigen. Stellen Sie sich die hybride App wie eine Art Adapter vor, der eine Webseite fest mit dem Telefon verbindet. So kommen Sie auch an tiefergehende Funktionalitäten des Telefons. Dazu aber mehr in einem anderen Artikel.

Micro-Apps – SAP Mobile Cards

Micro Apps ermöglichen einen – meist contentbasierten – Zugriff auf Informationen. SAP ermöglicht dies über die SAP Mobile Cards (ehemals. Content 2 Go.) Haben Sie die SAP Mobile Services im Einsatz, können Sie hier einfach Daten an Ihr Telefon schicken. Diese werden dann in Form von Karten – ähnlich der Apple Wallet – dargestellt. Da Mobile Cards eine native Applikation ist, werden hier automatisch Push-Notifications, Deep-Linking und sogar die Apple Watch unterstützt. Die Karten an sich kommen mit vielen kleinen Sonderfunktionen, die dem Anwender das Leben erleichtern sollen. So können hier z.B. Actions auf Workflow-Items ausgeführt werden.

Wer die Wahl hat…

Vier Möglichkeiten, jede mit ihrem ganz eigenen Charme. Womit also anfangen? Wie so oft gibt es keinen geraden Weg zum Ziel. Webseiten sind gut, solange sie im Browser laufen. Native Applikationen sind in der Regel sehr performant, dafür aber unbekanntes Terrain. Hybride Applikationen bieten einen Kompromiss, kommen aber oft mit Plugins, deren Sicherheit sich schwer einschätzen lässt. Micro Apps bzw. Mobile Cards könnten also prinzipiell den einfachsten Weg darstellen, würden sie nicht die SAP Mobile Services benötigen, die häufig noch nicht vorhanden sind.

Eine allgemeine Empfehlung lässt sich dennoch geben: Sammeln Sie alle Anwendungsfälle die Ihnen einfallen. Prüfen Sie die verwendeten Endgeräte im Prozess und priorisieren Sie die Szenarien anschließend. Die hierbei gewonnenen Informationen lassen in der Regel sehr gut auf die richtige Technologie schließen.

Rico Magnucki

Meine Schwerpunkte liegen im Bereich der mobilen Strategie, der Konzeption und Umsetzung von Offline-Scenarien und der Entwicklung von Apps auf der Neptune UX Platform. Zusätzlich zu diesen technischen Themen verfüge ich über Erfahrungen im Bereich User Experience Design.

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