Erik Barz
 - 16. August 2014

Google Glass Hands On – Ein Testbericht

Google Glass mit Rahmen

In unserem letzten Blog haben wir Ihnen einen Überblick über die ersten Schritte mit Google Glass geliefert (Link). In diesem Google Glass Hands On werden wir tiefer in die Materie einsteigen. Wir haben die Brille inzwischen wochenlang auf Herz und Nieren getestet. Hier werde ich Ihnen einige Eindrücke von Hard- und Software vorstellen.

Kamera

Die Qualität der Fotos und Videos der Datenbrille ist nicht vergleichbar mit aktuellen Smartphones. Hier ist man inzwischen deutlich besseres gewohnt. Der große Vorteil beim Knipsen mit der Glass fällt jedoch schnell auf: Man hat beim Aufnehmen von Fotos oder Videos trotzdem die Hände frei. Die Kamera lässt sich über das Kommando „OK Glass, take a picture“ bzw. „OK Glass, record a video“ starten. Alternativ kann ein Foto auch mit einem Zwinkern ausgelöst werden (lässt sich deaktivieren).

OK Glass Kommandos Google Glass

OK Glass Kommandos

Google Glass hands on - die kamera 1

Ein Foto, das von Glass geknipst wurde

Mit etwas Vorsicht zu genießen ist die Share-Funktion für Bilder. Der Grund ist die sehr einfache und schnelle Bedienung. In unserem Test haben wir mehrfach unabsichtlich auf Facebook geteilt.

Karte für Start ins Album Google  Glass

Karte für Start ins Album

Share Funktion auf einem Foto Google Glass

Share Funktion auf einem Foto

Headset

Unkompliziert und schnell kann die Brille per Bluetooth mit einem Smartphone gekoppelt werden. Ein Problem stellt leider die Sprachqualität dar. Für den Gegenüber ist das Telefonat aufgrund von Rauschen und Aussetzern eine Qual. Wenn Google an dieser Stelle seine Hausaufgaben macht, könnte sich die Telefon-Funktion zu einem Key-Feature entwickeln.

Headset Verbindung per Bluetooth

Headset Verbindung per Bluetooth

Übersetzung mit WordLens

Diese App weiß zu überzeugen. Die Übersetzung eines Textes wird direkt im Bild eingefügt anstelle des Originaltextes. Die Technische Funktion, die dahinter liegt, nennt sich Immersion. In unseren Tests hat die Übersetzung gut funktioniert. Verständlich also, dass Google sich die App einverleibt hat.

Wordlens App

Wordlens App

Google Suche

„OK Glass, Google“ ist das Sprach-Kommando für die Google Suche. Im Anschluss kann der Nutzer seinen Suchbegriff mitteilen. Auch ganze Sätze werden gut verstanden: „OK Glass, Google, How is the weather in Berlin?“ liefert eine Karte (GUI / Seite) mit einem Überblick über das aktuelle Wetter und eine Vorschau für die nächsten Tage. Das besondere dabei: Man bekommt auch eine englische Ansage dazu über den Lautsprecher. Man hat über das Kontext-Menü die Möglichkeit sich auch komplette Webseiten anzusehen. Dies macht aber definitiv keinen Spaß. Buzzwords sind lesbar, alles andere ist doch sehr anstrengend.

OK Glass Google

Kommando: OK Glass, Google

Anzeige des Aktuellen Wetters

Anzeige des Aktuellen Wetters

3 Tage Übersicht

3 Tages Übersicht

Ladebildschirm für eine Webseite

Ladebildschirm für eine Webseite

Ansicht einer Webseite auf Glass

Ansicht einer Webseite auf Glass

Auto fahren

Das Autofahren mit der Brille können wir aus rechtlichen Gründen nicht empfehlen. Selbst wenn es nicht verboten wäre, würde das Sichtfeld nach rechts doch stark eingeschränkt.

Google Glass Hands On – Das Fazit

Das Testen der Features war extrem spannend. Das Bedienkonzept ist genial. Das Touchpad reagiert gut und die Sprachunterstützung funktioniert erstaunlich gut. Teilweise sind uns Ruckler beim Scrollen zwischen Karten aufgefallen. Ein Zusammenhang mit der recht starken Hitzeentwicklung ist hier möglich.
Es bleibt in jedem Fall seltsam ein Gerät so nah vor seinem Auge zu haben. Das Display ist im Dunkeln sehr gut lesbar. Sobald man die Google Glass im Freien an einem sonnigen Sommertag benutzen will, sieht das etwas anders aus. Hier fehlt es an Kontrast. Das ist jedoch auch nachvollziehbar. Schließlich wird das Bild auf eine Glasscheibe projiziert.
Ein großes Manko des aktuellen Modells ist der Akkuverbrauch. Man schafft es ohne Probleme den Akku in 2 Stunden völlig zu leeren. Entweder ist der Akku zu klein, oder der Energieverbrauch zu hoch. Ich vermute, dass Google hier einen Kompromiss eingehen musste, damit die Brille nicht zu schwer wird. Die starke Hitzeentwicklung spricht jedoch auch für einen hohen Energieverbrauch. Hier muss unbedingt nachjustiert werden!
Die Timeline, quasi der Desktop der Google Glass, wird sehr schnell zugemüllt. Hier fehlt eine Funktion zum Aufräumen aller Karten. Es ist möglich das manuell zu tun, aber nicht schön.
Alles in allem kann man von einem Prototypen mit sehr viel Potential sprechen. Man darf auf die nächsten Entwicklungen aus Mountain View gespannt sein.

Konnten Sie bereits Google Glass testen? Haben Sie ähnliche Erfahrungen gesammelt oder widersprechen Sie mir? Bitte nutzen Sie unsere Kommentar-Funktion.

Erik Barz

Meine Schwerpunktthemen im mobilen Umfeld: Im mobilen Umfeld beschäftige ich mich hauptsächlich mit dem „Neptune Framework“, HTML5, SAPUI5, JavaScript und jQuery. Weiterhin begeistere ich mich für native Apps in Java (Android) und C# (Windows Phone). Fachlich liegt mein Schwerpunkt auf Apps für die SAP-Logistik in WM und LE. Gerne stelle ich mich jedoch auch neuen Herausforderungen im mobilen Umfeld.weitere Schwerpunktthemen im SAP Umfeld: Neben der Entwicklung von mobilen Anwendungen liegen meine Schwerpunkte in der Entwicklung von individuellen Web-Anwendungen mittels Webdynpro und der Anwendungsintegration mittels SAP Portal.

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